vorherige Wanderung Fr. 24.06.2011, Dosso Mottone Übersicht nachfolgende Wanderung So. 26.06.2011, Lej da la Tscheppa
anklicken --> Übersicht Val da Cam (328)
Samstag 25.06.2011

Anfahrt: Chiavenna - Castasegna - Promotogno - (Postbus) - Casaccia

Route: Casaccia - Maroz Dora - Maroz Dent - Steinmänner - Passhöhe - Plan Lo - Cadrin - Plän Vest - Tombal - Soglio - Promontogno

Gehzeit: ca. 8:10 h
Casaccia - Maroz Dora ... 0:55 h
Maroz Dora - Maroz Dent ... 1:00 h
Maroz Dent - Steinmänner ... 0:55 h
Steinmänner - Pass ... 0:30 h
Pass - Plan Lo ... 0:35 h
Plan Lo - Cadrin ... 1:25 h
Cadrin - Plän Vest ... 0:50 h
Plän Vest - Tombal ... 0:25 h
Tombal - Soglio ... 0:45 h
Soglio - Promontogno ... 0:50 h

Höhendifferenz: ca. 1010m

Distanz: ca. 22km


        benachbarte Wanderung siehe auch:

        29.08.2009 (Sa) Piz Lunghin (260)

Früh brechen wir auf, denn wir wollen ab Promontogno (CH) den Postbus nach Casaccia nehmen, und wir wissen nicht, wie lange die Autofahrt nach Promontogno dauert, wo sich dort die Haltestelle des Postbus befindet und wie in der Nähe der Haltestelle die Parksituation ist. Die Fahrt verläuft zügig und wir finden sofort die Haltestelle beim Hotel Bregaglia mit kostenlosen Parkplätzen.

Der gelbe Postbus fährt um 8:20 Uhr ab. Wir haben noch etwas Zeit, um die nähere Umgebung zu erkunden. Ein paar Meter die Strasse abwärts überspannt eine Strassenbrücke das Flüsschen Mera. Von dort sehen wir auf eine schöne Steinbrücke aus früheren Zeiten. Wie wir den Kopf zum Hotel Bregaglia drehen, erblicken wir durch das Bondascatal den markanten Gipfel des Piz Badile in der Morgensonne.

Der Postbus fährt viele Minuten verspätet ab, hält aber an einigen Haltestellen nicht an und holt so die Zeit wieder auf. Wir bewundern die Fahrkünste des Busfahrers, der eine Strichliste führt, die angibt, wie oft er mit dem Rückspiegel eine Hauswand streift. Heute streift er keine Hauswand, also gibt es keinen Strich (an einer Hauswand). Die Fahrt von Promontogno nach Casaccia kostet 8.40 CHF pro Person und dauert regulär 24 Minuten.

Von der Haltestelle Villaggio in Casaccia laufen wir ein paar Meter bis zum südlichen Ortsrand. Dort stossen wir auf den Weitwanderweg Sentiero Panoramico Val Bregaglia (96), der von Maloja bis nach Soglio führt. Unsere geplante Route soll parallel zu diesem Weitwanderweg verlaufen, aber etwa 1000 Höhenmeter weiter oben. Wir folgen dem Weitwanderweg etwa 500 Meter in nördliche Richtung und biegen dann einen Wiesenpfad nach links ab.

Während des Aufstieges über den Wiesenpfad kommt langsam in Süden die Mauer des Stausees Lägh da l'Albigna zum Vorschein. Nach einigen Höhenmetern landet der Pfad wieder auf einem Wirtschaftsweg, doch bald zweigt wieder ein Wanderweg ab, der jedoch nicht ersichtlich gekennzeichnet ist. Aber die Richtung stimmt. Statt Wiesenpfad führt jetzt ein mit Natursteinen gepflasterter, breiter Waldweg nach oben.

Schliesslich mündet der Waldweg wieder in einen Wirtschaftsweg. Ein scharfer Wind blässt uns nun ins Gesicht. Wir folgen dem Wirtschaftsweg Richtung Westen, ins Val Maroz hinein. Nach einer knappen Stunde passieren wir die Abzweigung zum Septimerpass, den wir von einer früheren Wanderung kennen. Wir bleiben aber auf dem Wirtschaftsweg und laufen auf die Alpe Maroz Dora zu, die schon von Weitem im baumlosen Val Maroz zu sehen ist.

Mitten auf dem Wirtschaftsweg entdecken wir ein Edelweiss, das wir selbstverständlich nur auf der Speicherkarte der Digitalkamera mitnehmen. Über eine Brücke queren wir einen reissenden Bach und stehen etwas ratlos auf dem Hof der Alpe Maroz Dora, wo der Wirtschaftsweg endet. Etwas genervt schickt uns die Bäuerin zurück. Offensichtlich stehen öfters verirrte Wanderer auf dem Hof.

Jetzt, wo wir wissen, dass der Wanderweg die Bachseite nicht wechselt, finden wir auch den unscheinbaren Durchgang im Weidezaun. Wegen der günstigen Windrichtung lässt sich ein Murmeltier durch unsere Annäherung nicht stören. Erst wie wir das putzige Tier längst auf die Speicherkarte gepackt haben, flüchtet es in ein Felsenloch.

Sanft steigt das breite Tal an und wir laufen dem rauschenden Bach, der später südlich von Casaccia in die Maira mündet, entgegen. Bei einem Zufluss, der vom Septimerpass her kommt, verhilft uns ein betonierter Übergang auf die andere Seite. Dann nimmt die Steigung zu und ganze Felder von Alpenröschen färben die Hänge rot.

Bei der Alpe Maroz Dent werden wir von mehreren Hunden empfangen. Sie zeigen aber keinerlei Interesse an unseren Hosenbeinen. Von der Alpe Maroz Dora bis zu Alpe Maroz Dent sind wir eine Stunde unterwegs. Eine Weide in der Nähe der Alpe ist nicht mit Stacheldraht umzäunt, sondern mit einer Mauer aus Natursteinen. Eine Kuhherde weidet ausserhalb dieser Weide, auf grünen Wiesen, die mit hausgrossen Felsen übersäht sind.

Im Süden, wo wir den Übergang zum Val da Cam annehmen, sehen wir weit oben einige Gestalten herumstehen. Da sie sich während wir sie beobachten nicht von der Stelle rühren, werden es wohl Steinmänner sein. Über eine kleine Fussgängerbrücke aus Holz überqueren wir den Bach, dem wir so lange entgegen gelaufen sind.

Dem Übergang zum Val da Cam laufen wir erst mal in Richtung Osten davon, doch dann geht es im Zickzack in Richtung Süden steil bergauf. Während des einstündigen Aufstieges pfeift uns immer noch der kalte Wind um die Ohren, so dass das Bedürfnis nach einer längeren Rast bei den fast mannshohen Steinmännern nicht all zu gross ist. Es handelt sich auch nicht, wie erhofft, um die Passhöhe, denn dazu fehlen noch mehr als 100 Höhenmeter.

So laufen wir nach einem Gruppenfoto mit Steinmann Richtung Süden weiter, in der Hoffnung, auf etwas Windschutz. Eine halbe Stunde marschieren wir leicht ansteigend die breite Hochebene, die wohl schon zum Val da Cam gehört, weiter. Vor uns tauchen am Horizont spitzige Felsgipfel auf. Einer davon ist der Piz Badile, den wir am Morgen schon von Promontogno aus gesehen hatten.

Im abschüssigen Gelände finden wir jetzt endlich den ersehnten Windschutz, setzen uns nieder und erholen uns von den Strapazen des Aufstieges. Ganz unerwartet stösst ein Wanderkamerad zu uns, der am Morgen von Roticcio aufgebrochen war. Er will über unsere Aufstiegsroute, ins Val Maroz, absteigen.

Wir steigen nach der Rast über den kargen Südhang ungefähr 200 Höhenmeter nach Plan Lo ab. Dort füllen wir an einem Brunnen unsere Trinkflaschen mit frischem Quellwasser auf. Ganz tief unten im Tal sehen wir eine Ortschaft, die wir nur durch eine Teleaufnahme und zusätzlicher Vergrösserung auf dem Display als Promontogno identifizieren können. Das Bergdorf Soglio ist auf dem Wanderwegweiser mit einer Gehzeit von zweidreiviertel Stunden angegeben.

Der Weiterweg ist jetzt über eine lange Strecke überschaubar und macht einen spannenden Eindruck. Ein schmaler Pfad zieht sich auf einer Höhenlinie quer durch einen sehr steilen Wiesenhang. Eine viertel Stunde folgen wir diesem Pfad in Richtung Westen. Dann gilt es, eine Rinne über einen weglosen Schotterhang zu queren. Über mehrere Meter hinweg hat die Witterung den Pfad dem Erdboden gleich gemacht.

Weiter geht es durch ein Labyrinth von Bäumen, Büschen und Felsen, mal runter, mal rauf. Die roten Felder von Alpenröschen bilden einen schönen Farbkontrast zum hellen Grün der Sträucher und dem dunklen Blau des Himmels. Nach fast anderthalb Stunden finden wir bei Cadrin mehrere Häuschen aus Naturstein. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht einen Verbindungspfad zwischen den Häuschen mit dem Wanderweg verwechseln.

Wir halten uns an die roten Markierungen, auch wenn ein anderer Pfad etwas mehr ausgetreten scheint. Immer wieder passieren wir alte Steinhäuser, die vereinzelt in sich zusammengefallen sind. Der Pfad verliert jetzt deutlich an Höhe. In den nächsten anderthalb Stunden steigen wir fast 600 Höhenmeter über Plän Vest nach Tombal ab.

Die gut erhaltenen Steinhäuschen stehen hier inmitten saftig grüner Wiesen vor einer herrlichen Bergkulisse. Am letzten Häuschen mit rotweisser Markierung am Hauseck bieten sich Pfade zwei verschiedene Richtungen an. Wir entscheiden uns für den bergseitigen Pfad, da dieser gepflegter scheint. An einem Brunnen können die Trinkflaschen wieder aufgefüllt werden.

Nur bis zum nahen Waldrand wurde das Gras auf dem Weg geschnitten. Wir befürchten zunächst, dass der Pfad am Waldrand endet. Doch im Wald ist eine verblasste Wegmarkierung zu erkennen. Durch den Wald ist der Weg sehr wenig begangen. An manchen Stellen gehört schon erhöhte Wachsamkeit dazu, eine Spur auszumachen.

Nach 20 Minuten sehen wir zum ersten mal in der Tiefe die Häuser von Soglio, von denen uns wohl noch mehrere 100 Höhenmeter trennen. Aber da man schon das Hefeweizen rufen hört, schaffen wir den Abstieg bis nach Soglio in etwa einer halben Stunde. Im Ort teilt sich die Gruppe in diejenigen, die nur kurz einkehren und dann mit dem Postbus nach Promontogno fahren wollen, und diejenigen, die eine längere Pause machen wollen und einen Fussmarsch nach Promontogno in Betracht ziehen.

Sehr laut geht es vor dem Gasthaus mitten in Soglio zu, da eine grössere Horde wildgewordener Biker das Lokal in Beschlag nimmt. Der Busfahrer lässt noch 15 Minuten Zeit zur Einkehr, bevor er nach Promontogno abfährt. Mit der Busverweigerer-Gruppe entfernen wir uns vom lauten Gasthausvorplatz und laufen planlos durch die Gassen von Soglio. Bei der Kirche finden wir ein Hotel mit einer ruhigern Gartenterrasse. Und zu unserer Freude kann der Kellner ein (zwei) Erdinger Hefeweizen servieren.

An einem Nachbartisch kichern und gackern zwei Frauen und stossen mit dem Kellner auf ihre Wiedergeburt an. Erst wie sie zu uns rüber zeigen und lautstark bemerken, dass wir auch schon schauen, werden wir auf den Grund ihrer Ausgelassenheit aufmerksam. Sie hatten es unter Lebensgefahr(?) geschafft, den Fussweg von Promontogno nach Soglio herauf zu steigen. Wie sie erfahren, dass wir mit dem Gedanken spielen, diesen Weg abzusteigen, befürchten sie das Allerschlimmste und wollen uns unser Vorhaben ausreden.

Jetzt führt keine Weg mehr dran vorbei, wir müssen die Herausforderung annehmen. Die dunklen Wolken am Himmel beunruhigen nicht sonderlich, da es dazwischen auch blaue Lücken gibt. Ein breiter Weg führt an der Kirche vorbei in östliche Richtung aus dem Ort heraus. Über gepflegte Wiesen laufen wir einen langen Rechtsbogen bis zu einer Tafel, die vor Steinschlag warnt.

Über einen schmalen Waldpfad laufen wir in knapp 10 Minuten bis zu einer Aussichtskanzel mit herrlichem Tiefblick nach Promontogno. Eine Bank lädt zum Verweilen ein und Ketten schützen vor dem Abstürzen. Über einen Kilometer zieht sich der spannende Waldpfad weiter in Richtung Osten, über Steinabsätze und Treppen, insgesamt mehr als 250 Höhenmeter hinunter nach Promontogno. Die Panikmache der beiden Frauen in Soglio ist nicht nachvollziehbar.
Piz Badile über dem Bondascatal
Bild 1: Piz Badile über dem Bondascatal
Historische Brücke in Promontogno
Bild 2: Historische Brücke in Promontogno
Hotel Bregaglia und Piz Badile
Bild 3: Hotel Bregaglia und Piz Badile
Blick Richtung Lägh da l' Albigna
Bild 4: Blick Richtung Lägh da l' Albigna
gepflasterter Waldpfad
Bild 5: gepflasterter Waldpfad
Hauswurz
Bild 6: Hauswurz
Edelweiss
Bild 7: Edelweiss
Maroz Dora
Bild 8: Maroz Dora (1779m)
Maroz Dora
Bild 9: Maroz Dora
Bach im Val Maroz
Bild 10: Bach im Val Maroz
Hünerstall
Bild 11: Hünerstall
Murmeltier
Bild 12: Murmeltier
Murmeltier
Bild 13: Murmeltier
Val Maroz
Bild 14: Val Maroz
Bach im Val Maroz
Bild 15: Bach im Val Maroz
Alpenrosenfelder
Bild 16: Alpenrosenfelder
Val Maroz
Bild 17: Val Maroz
Wanderweg im Val Maroz
Bild 18: Wanderweg im Val Maroz
Alpenblumen
Bild 19: Alpenblumen
Fussgängerbrücke
Bild 20: Fussgängerbrücke
Fussgängerbrücke
Bild 21: Fussgängerbrücke
Maroz Dent
Bild 22: Maroz Dent (2035m)
Val Maroz
Bild 23: Val Maroz
Aufstieg zum Val da Cam
Bild 24: Aufstieg zum Val da Cam
Steinmänner im Val da Cam
Bild 25: Steinmänner im Val da Cam
Bach im Val da Cam
Bild 26: Bach im Val da Cam
Bergspitzen
Bild 27: Bergspitzen
Schneefeld
Bild 28: Schneefeld
Alpenblumen
Bild 29: Alpenblumen
Alpenblume
Bild 30: Alpenblume
Frühlingsenzian
Bild 31: Frühlingsenzian
Biz Badile
Bild 32: Biz Badile (3305m)
Schneereste
Bild 33: Schneereste
Schneereste
Bild 34: Schneereste
Lägh da Cam
Bild 35: Lägh da Cam (2391m)
Bergspitzen
Bild 36: Bergspitzen
Alpenblumen
Bild 37: Alpenblumen
Blick auf Promontogno
Bild 38: Blick auf Promontogno (821m)
Wanderweg aus dem Val da Cam
Bild 39: Wanderweg aus dem Val da Cam
Wanderweg aus dem Val da Cam
Bild 40: Wanderweg aus dem Val da Cam
Bergspitzen
Bild 41: Bergspitzen
Schwefelanemone
Bild 42: Schwefelanemone
Tiefblick
Bild 43: Tiefblick
Wanderweg
Bild 44: Wanderweg
verwitterter Wanderweg
Bild 45: verwitterter Wanderweg
verwitterter Wanderweg
Bild 46: verwitterter Wanderweg
Wanderweg
Bild 47: Wanderweg
Wanderweg
Bild 48: Wanderweg
Berglandschaft mit Alpenrosen
Bild 49: Berglandschaft mit Alpenrosen
Berglandschaft mit Alpenrosen
Bild 50: Berglandschaft mit Alpenrosen
Wanderweg
Bild 51: Wanderweg
Alpenrosen und Steinmann
Bild 52: Alpenrosen und Steinmann
Alpenrosen
Bild 53: Alpenrosen
Wanderweg
Bild 54: Wanderweg
altes Steinhaus
Bild 55: altes Steinhaus
Steinhaus bei Plän Vest
Bild 56: Steinhaus bei Plän Vest (1821m)
Häuser bei Tombal
Bild 57: Häuser bei Tombal (1547m)
Blick auf Soglio
Bild 58: Blick auf Soglio
Soglio
Bild 59: Soglio (1090m)
Berge im Abendlicht
Bild 60: Berge im Abendlicht
Soglio
Bild 61: Soglio
Kirchturm in Soglio
Bild 62: Kirchturm in Soglio
Wanderweg bei Soglio
Bild 63: Wanderweg bei Soglio
Wanderweg bei Soglio
Bild 64: Wanderweg bei Soglio
Kirchturm Soglio
Bild 65: Kirchturm Soglio
Blick Richtung Soglio
Bild 66: Blick Richtung Soglio
Wanderweg nach Promontogno
Bild 67: Wanderweg nach Promontogno
Aussichtskanzel über  Promontogno
Bild 68: Aussichtskanzel über Promontogno
Blick auf  Promontogno
Bild 69: Blick auf Promontogno (821m)
Hütten bei  Promontogno
Bild 70: Hütten bei Promontogno
Historische Brücke in Promontogno
Bild 71: Historische Brücke in Promontogno
vorherige Wanderung Fr. 24.06.2011, Dosso Mottone Übersicht nachfolgende Wanderung So. 26.06.2011, Lej da la Tscheppa