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Erbser Stock (254)
Samstag 15.08.2009

Anfahrt: Rielasingen - Stein am Rhein - Frauenfeld - Wil - Wattwil - Schänis - Näfels - Glarus - Schwanden - Elm

Route: Unter Empächli - Bischof - Skihütte Erbs - Erbser Stock - Wichlenmatt - Richetlipass - Wichlenmatt - Ober Stafel - Unter Stafel - Jetzberg - Stäfeli - Elm

Gehzeit: ca. 7:30 h
Unter Empächli - Bischof  ... 0:50 h
Bischof - Skihütte Erbs  ... 0:45 h
Skihütte Erbs - Erbser Stock  ... 1:10 h
Erbser Stock - Wichlenmatt  ... 0:20 h
Wichlenmatt - Richetlipass  ... 0:35 h
Richetlipass - Wichlenmatt  ... 0:40 h
Wichlenmatt - Ober Stafel  ... 1:05 h
Ober Stafel - Unter Stafel  ... 0:25 h
Unter Stafel - Jetzberg  ... 0:45 h
Jetzberg - Stäfeli  ... 0:20 h
Stäfeli - Elm  ... 0:35 h

Höhendifferenz: ca. 950m

Distanz: ca. 24km

Mit einer Gondelbahn lassen wir uns bequem von Elm nach Unter Empächli hinaufbefördern. Das erspart uns fast 500 Höhenmeter. Die einfache Fahrt kostet für Erwachsene 7,50 SFR. Leider werden weder Halbtax noch Euro akzeptiert.

An der Bergstation laden Trottinetts zum sofortigen Abfahren ein. Unser Weg führt aber nach oben, weniger geeignet für die antriebslosen Zweiräder. Leicht ansteigend folgen wir Richtung Westen einem breiten Schotterweg und passieren dabei mehrere Holzhütten und sogar eine Holzhüttensiedlung. Die meisten Hütten dienen oder dienten der Unterbringung von Heu, nur einzelne scheinen auch bewohnbar zu sein.

Der Weg macht einen Rechtsbogen und trifft nach einer knappen Stunde in einem Bergeinschnitt auf den Bischofsbach. Der breite Schotterweg verjüngt sich hier zu einem schmaleren Fussweg und quert über einen Holzsteg den Bischofsbach. Wie mit dem Lineal angelegt, verläuft der akkurate Weiterweg Richtung Süden, quert später noch einen weiteren Bergbach und mündet schliesslich, nach einer halben Stunde, in ein Asphaltsträsschen.

Über das Asphaltsträsschen können Berechtigte von Elm aus leicht zur Skihütte Erbs fahren. Bei einem Bauernhaus unweit des Skihauses erleiden ein paar Schweine schier einen Herzinfarkt, da wir ihnen zu hektisch nahe kommen. Nur zaghaft trauen sie sich wieder aus ihrem Stall. Vom Bauer erfahren wir, dass der Kärpf, den wir die ganze zeit vor Augen glaubten, in Wirklichkeit Hausstock heisst.

Die einzige Einkehrmöglichkeit auf unserer Tour wollen wir nicht auslassen, auch wenn die meisten Höhenmeter noch vor uns liegen. So setzen wir uns ein paar Minuten auf die sonnige Terrasse der Skihütte Erbs. Zwischen Erbser Stock und Skihütte, die Luftlinie nur etwa einen Kilometer voneinander entfernt sind, fliesst ein Bergbach ins Tal hinunter und mündet in der Sernf.

Der Pfad von der Skihütte zum Erbser Stock umgeht den Bergeinschnitt, den dieser Bach im Laufe seines Lebens ausgewaschen hat und ist deshalb etwa drei mal länger als die direkte Verbindung. Es geht ausschliesslich aufwärts, zum Schluss über Serpentinen im Grashang etwas steiler. Für gute 250 Höhenmeter benötigen wir ungefähr eine Stunde.

Auf einem Sattel, nur 20 Höhenmeter unter dem Gipfel des Erbser Stock, zeigt ein aus Eisenstäben zusammen geschweisstes Gestell die Richtung nach Elm an. Die letzten Meter zum Gipfel sind nicht mehr anstrengend. Man darf jedoch nicht nach rechts vom Pfad abkommen, da dort ein Abgrund lauert. Auf dem grasbedeckten Gipfel lassen wir uns zu einer Rast nieder.

Richtung Westen sehen wir das Ziel unserer Wanderung, den Richetlipass. Er ist nur 20 Höhenmeter tiefer als unser momentaner Standort, doch zwischen uns liegt die 200m tiefere, grüne Hochebene Wichlenmatt. Das bedeutet absteigen und wieder aufsteigen.

Über den steilen Westhang des Erbser Stock sind wir bereits in 10 Minuten auf den feuchten Wiesen des Wichlenmatt. Kleine Tümpel und glasklare Bächlein durchziehen das satte Grün, umrahmt von den auslaufenden Schotterfelder der umliegenden Berge. Es muss ein Genuss sein, ein paar Tage auf der Alm zu wohnen, die wir nach weiteren 10 Minuten passieren.

Nach der Überquerung eines Baches, der seinen Ursprung am Fusse der Kärpf hat, schwenken wir nach links und laufen geradewegs auf den Richetlipass zu. Je näher wir dem Pass kommen, desto steiler und beschwerlicher wird der Weg. Von der Alm Wichlenmatt aus erreichen wir den Richetlipass, den Wendepunkt unserer Wanderung, in 35 Minuten. Von hier aus könnte man in 3 Stunden durch das Durnachtal nach Lienthal absteigen, oder auf einem blauweiss markierten Bergweg über das Chalchstöckli zur Leglerhütte wandern.

Uns ist aber nach einer Rast zumute und angesichts der fortgeschrittenen Tageszeit müssen wir eher an den Rückweg denken. So steigen wir nach einer halben Stunde wieder zur Wichlenmatt ab, anfangs für manche Schwierigkeitsgrad T4 (Zuhilfenahme der Hände). Doch schnell ist die Steilstufe überwunden und das Gelände wird flacher. Ein Kuhpfad lenkt uns ein wenig vom rechten Weg ab, so dass wir ein Stück weglos durch die Wiesen stapfen. Wir beobachten drei Durchlauf-Kühe, die inmitten eines Tümpels stehen, sich mit frischem(?) Wasser versorgen und gleichzeitig verbrauchtes Wasser entsorgen.

Zwanzig Minuten später begrüsst uns ein Feriengast der Alm Wichlenmatt und bietet uns allerlei Getränke zur Erfrischung an. So lassen wir uns gerne zu einer weiteren Rast hinreissen, obwohl noch mehr als 1000 Höhenmeter abzusteigen sind. Glücklicherweise haben wir Wochenende, sonst wäre unser geplanter Abstiegsweg wegen militärischer Übungen gesperrt.

Schliesslich steigen wir in der fotogenen Nachmittagssonne Richtung Süden ab und folgen dem Fluss einiger Bäche, die später das Flüsschen Sernf speissen. Tief unten sieht ein Truppenübungsplatz wie eine Neubausiedlung ohne Häuser aus. Auf einem schmalen Pfad steigen wir in einer Stunde bis zu den ersten umgeklappten und durchlöcherten Zielscheiben des Truppenübungsplatzes ab. Der Erbser Stock macht von hier aus einen mächtig steilen Eindruck.

Auf breiten Asphaltsträsschen durchzieht unser Weg von Ober Stafel bis Unter Stafel den Truppenübungsplatz. In unmittelbarer Nähe wird scharf geschossen. Das Echo der Schüsse vermittelt den Eindruck, die Kugel würden uns um die Ohren fliegen. Unbehelligt können wir alte, ausgediente und betriebsbereite, ordentlich aneinandergereihte Panzer fotografieren.

Zwischen Unter Stafel und Wichlenberg stehen wir vor den Wahl, die Autostrasse oder einen Wirtschaftsweg zu benutzen. Letzterer führt laut Wanderkarte in eine Sackgasse. Weglos überqueren wir einen Zufluss der Sernf in Richtung Osten, um zu einem offiziellen Wanderweg zu gelangen. Von Weitem sind dessen rote Wegmarkierungen zu sehen.

Mehr als eine Stunde noch folgen wir in sicherem Abstand dem Fluss der Sernf bis zum Parkplatz an der Talstation der Gondelbahn in Elm. Fussgfad, Asphaltsträsschen und Schotterweg wechseln sich ab. Bis zum Eintreffen am Parkplatz bleiben die umliegenden Berggipfel von der Sonne angestrahlt.

Bild 1: Weg bei Empächli

Bild 2: Weg bei Empächli

Bild 3: Blick zum Hausstock

Bild 4: Wanderweg zum Bischofbach

Bild 5: Steg übern Bischofbach

Bild 6: akkurater Wanderweg

Bild 7: Hausstock (3158m)

Bild 8: Ober Erbs und Erbser Stock

Bild 9: Skihütte Erbs

Bild 10: Erbser Stock (2182m)

Bild 11: Kühe

Bild 12: Zickzackweg

Bild 13: Wegweiser am Erbser Stock

Bild 14: Richetlipass (2261m)

Bild 15: Blick ins Sernftal

Bild 16: Erbser Stock, Chalchstöckli und Hanenstock

Bild 17: Westhang Erbser Stock

Bild 18: Wichlenmatt und Richetlipass

Bild 19: Hanenstock (2561m)

Bild 20: Wichlenmatt und Erbser Stock

Bild 21: Richetlipass

Bild 22: Richetlipass

Bild 23: Blick auf Wichlenmatt

Bild 24: Kärpf (2794m)

Bild 25: Erbser Stock unterm Vorab

Bild 26: Kuh auf Wichlenmatt

Bild 27: Kuhtränke

Bild 28: Hanenstock

Bild 29: Abstieg von Wichlenmatt

Bild 30: Erbser Stock

Bild 31: Blick auf Truppenübungsplatz

Bild 32: Erbser Stock

Bild 33: Erbser Stock

Bild 34: Felsspitze

Bild 35: Gegenlicht (Hausstock)

Bild 36: Gegenlicht

Bild 37: Schattenspiele

Bild 38: Abendstimmung

Bild 39: Blick Richtung Elm
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