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Fr. 18.09.2009, Stanserhorn
Braunwald - Klöntal (262)
Mittwoch 09.09.2009

Anfahrt: Rielasingen - Stein am Rhein - Frauenfeld - Wil - Wattwil - Rickenpas - Schänis - Glarus - Linthal

Route: Gumen - Bützi - Ergismatt - Brunalpelihöchi - Dräckloch - Dräcklochstafel - Zeinerstafel - Wärben - Chäseren - Chlüstalden - Plätz

Gehzeit: ca. 6:20 h
Gumen - Bützi ... 0:50 h
Bützi - Ergismatt ... 1:00 h
Ergismatt - Brunalpelihöchi ... 0:40 h
Brunalpelihöchi - Dräckloch ... 1:10 h
Dräckloch - Dräcklochstafel ... 0:35 h
Dräcklochstafel - Zeinerstafel ... 0:15 h
Zeinerstafel - Wärben ... 0:25 h
Wärben - Chäseren ... 0:15 h
Chäseren - Chlüstalden ... 0:30 h
Chlüstalden - Plätz ... 0:40 h

Höhendifferenz: ca. 420m

Distanz: ca. 19km


















Durch unsere 2-stündige Anreise ist eine Überquerung von Braunwald zum Klöntaler See zeitlich nur möglich, indem wir den Sessellift zum Kleinen Gumen benutzen. Bis gestern war die Seilbahn wegen Reparaturarbeiten noch ausser Betrieb. Im Klöntal sind wir darauf angewiesen, den letzten Postbus nach Glarus zu erwischen.

An der Talstation der Standseilbahn in Linthal kaufen wir ein Ticket bis zum Gumen. Nachdem eine Palette voller Tortenschachtel in unsere Seilbahn-Kabine geschoben wird, fährt die Bahn ab. Schon 10 Minuten später erreichen wir das autofreie Bergdorf. Aber landwirtschaftliche Maschinen verursachen auch Lärm.

Beinahe folgen wir dem falschen Weg, denn der entscheidende Wegweiser ist durch ein Baufahrzeug verdeckt. Wir (Männer!) fragen einen Bauarbeiter nach dem richtigen Weg. Schon stehen die ersten 50 Höhenmeter an. In Richtung Westen erreichen wir nach einer viertel Stunde die Talstation der Seilbahn zum Kleinen Gumen.

Es handelt sich um einen Sessellift der besonderen Art. Die Fahrgäste blicken nicht in Fahrtrichtung, sondern geniessen die Aussicht zur Seite, wenn da nicht das Gegenlicht der Sonne wäre. Nach 15 Minuten erreichen wir die Bergstation oberhalb der Baumgrenze. Eine Gruppe von Bergwanderern wird gerade für den Klettersteig ausgerüstet.

Wir benötigen kein Klettersteig-Geschirr, denn wir folgen dem normalen Wanderweg in Richtung Bützi. Die ersten 10 Minuten queren wir entspannt den Südhang des Eggstock auf einer Höhenlinie. Immer wieder lesen wir in roter Farbe auf Fels gemalt "Bützi" und "K.Alp". Letzteres könnte wohl Käsernalp heissen.

Drei mal steigt unser Pfad steil an, teilweise über hohe Felsstufen. Erst dann, nach 50 Minuten, erreichen wir den Punkt Bützi, der etwa 250 Höhenmeter über unserem Ausgangspunkt liegt. Ein überhoher Wanderwegweiser markiert den höchsten Punkt der ersten Etappe unserer Wanderung. Er soll auch im Winter bei meterhohem Schnee noch sichtbar sein.

Erigsmatt ist auf dem Wanderwegweiser mit 35 Minuten Gehzeit angegeben. Hier oben erstreckt sich die grösste Karstlandschaft der Schweiz. Wo man hin schaut nur ausgewaschene, graue Felsen, die auch Karrenfelder genannt werden. Wir folgen den rotweissen Markierungen, die alle paar Meter an die Felsen aufgemalt sind.

Nach 40 Minuten löst ein grüner Teppich das eintönige Grau der Felsen ab. Fast wie ein überdimensionaler Kunststofflappen aus einem Märklin-Baukasten wirkt die Schafweide bei Erigsmatt. Auf diesem Wohnzimmerteppich nähern wir uns dem einsamen Bauernhaus, das offensichtlich bewohnt ist. Neben dem Haus werden wir von einem kleinen und überhaupt nicht scheuen Schaf begrüsst. Vom Schäfer ist zu erfahren, dass das Schaft etwa anderthalb Monate alt ist.

Unweit des Bauernhauses besuchen wir einen Hügel mit Gipfelkreuz. Leider ist der Ort etwas zugig und wir beschliessen, die Mittagsrast erst nach dem letzten Anstieg einzulegen. Vierzig Minuten dauert der Anstieg um knapp 200 Höhenmeter. Viele Markierungen leiten uns durch ein Labyrinth von Felsen, bis wir am höchsten Punkt, der Brunalpelihöchi, angelangt sind.

Auf der Brunalpelihöchi setzen wir uns an einer windgeschützten Stelle nieder und geniessen den Blick zum Pfannenstock und auf das Brunalpeli. Nach der Rast steigen wir durch die Karrenfelder des Brunalpeli in Richtung Norden ab. Endlos scheint das Labyrinth von ausgewaschenen Felsen. Mit dem bekannten Brummen nähert sich die Tante Ju, die von Kloten aus Rundflüge über die Alpen macht. Alsbald taucht sie knapp über einer Felsspitze auf.

Inzwischen nimmt auch die Umgebung wieder einen zaghaften Grünton an. Im Dräckloch, so nennt sich die Gegend, treffen wir eine einzelne Wandersfrau aus Schaffhausen. Sie begleitet uns ein Stück des Weges. Eine Bäuerin kommt mit zwei Maultieren an der Leine entgegen. In sicherem Abstand trottet ein drittes Tier selbständig hinterher. Seit unserer Rast sind wir bis zur Alm Dräcklochstafel eindreiviertel Stunden unterwegs und dabei mehr als 500 Höhenmeter abgestiegen.

Eine Materialseilbahn verbindet die Alm mit Chäseren, was weit unten im Tal schon zu sehen ist. Inzwischen gibt es auch wieder Bäume. 15 Minuten, 25 Minuten und 15 Minuten dauern die Abstiege zu den Almen Zeinerstafel, Wabern und Chäseren. Letzteres ist eher eine Siedlung, bestehend aus mehreren kleinen Hütten.

Leider hat der Chäseren-Wirt einen Ruhetag eingelegt, so dass wir auf Selbstverpflegung angewiesen sind. Die Möglichkeit, das Taxi des Chäseren-Wirts in Anspruch zu nehmen, fällt somit auch flach. Laut Wanderführer dauert der Marsch bis zum Klöntaler See noch eine Stunde.

Auf dem Wirtschaftsweg verlieren wir nur ganz langsam Höhenmeter. Doch nach einer guten halben Stunde, etwa in Höhe von Chlüstalden, fällt der Weg steiler ab und mag nicht mehr aufhören. Erst wie der Wirtschaftsweg in ein Asphaltsträsschen mündet, wird es angenehm flach.

Einen Kilometer folgen wir dem Asphaltsträsschen in Richtung Nordosten, in der Absicht, bis Vorauen zu laufen. Da sehen wir den Postbus vor einer Gartenwirtschaft im Ortsteil Plätz stehen. Damit der Chauffeur nicht ohne uns abfährt, setzen wir uns auf der Terrasse in seine Nähe. Kaum bringt uns die Bedienung ein kühles Bier, steht der Chauffeur schon auf. Er verspricht aber, nach einer Schleife noch einmal vorbei zu kommen.

Pünktlich fährt der Postbus dann ab und bringt uns auch pünktlich zum Bahnhof in Glarus. Die Umsteigezeit auf den Zug nach Lienthal reicht gerade, um ein Ticket zu lösen.


 Preise (Stand: Septemper 2009)
 Fortbewegungsmittel  von - bis  Dauer  Preis (Halbtax)
 Standseilbahn  Linthal - Braunwald
0:10
 21,00 SFR (14,50)
 Fussmarsch  Braunwald - Burstberg
0:15
 Sessellift  Burstberg - Kleiner Gumen
0:15
 Wanderung  Kleiner Gumen - Plätz
6:20
 
 Bussfahrt  Plätz (Klöntal) - Glarus
0:35
 9,00 SFR (4,50)
 Zugfahrt  Glarus - Linthal
0:25
 6,20 SFR (3,10)



Bild 1: Ortstock (2717m)

Bild 2: Häuser von Braunwald

Bild 3: Ortstock

Bild 4: Seilbahn Burtsberg - Gumen

Bild 5: Ortstock und Tödi (li.)

Bild 6: Aufstieg nach Bützi

Bild 7: Aufstieg nach Bützi

Bild 8: Ortstock und Höch Turm

Bild 9: Hoch Turm und Karrenfelder

Bild 10: Karrenfelder

Bild 11: Überlebenskünstler

Bild 12: Wegmarkierungen

Bild 13: Höch Turm (2666m)

Bild 14: Erigsmatt (2082m)

Bild 15: Rasenteppich bei Erigsmatt

Bild 16: Schafe

Bild 17: Schafe

Bild 18: Karstlandschaft

Bild 19: Grisset (2721m)

Bild 20: Pfannenstock (2573m)

Bild 21: Karstlandschaft Brunalpeli

Bild 22: Karstlandschaft

Bild 23: Karstlandschaft

Bild 24: Tante Ju

Bild 25: rote Farbtupfer

Bild 26: Gassenstock

Bild 27: Seidelbast

Bild 28: Gassenstock

Bild 29: Berglandschaft

Bild 30: Gegenverkehr

Bild 31: Blick ins Dräckloch

Bild 32: See im Dräckloch

Bild 33: Bergweg

Bild 34: Dräcklochstafel (1698m)

Bild 35: Rossmatter Tal

Bild 36: Näbelchäppler und Usser Fürberg

Bild 37: Enzian

Bild 38: Berghütte

Bild 39: Usser Fürberg

Bild 40: Chäseren

Bild 41: Chäseren

Bild 42: Kuhglocken

Bild 43: Klöntal Plätz

Bild 44: Klöntaler See

Bild 45: Klöntaler See

Bild 46: Gegenlicht mit Spiegelung
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