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Valle Spluga (106)
30.07.-02.08.2005

Anfahrt: Rielasingen - Konstanz - Rorschach - Chur - Splügen - S. Giaomo-Filippo

So. 31.07.2005: S. Giacomo-Filippo - S. Bernardo - Rif. Carlo Emilio
Gehzeit: ca. 6:00 h, 1600m, 8km

Mo. 01.08.2005: Rif. Carlo Emilio - P.so dell Alpigia - A. del Servizio - Rif. Gustone
Gehzeit: ca. 7:00 h, 600m, 11km

Di. 02.08.2005: Rif. Gustone - Starleggia - Campodolcino - S. G.-Filippo
Gehzeit: ca. 5:00 h, 1400m (nur abwärts), 14km


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S a m s t a g, 30.07.2005
Über das Rheintal, an Chur vorbei, reisen wir in Richtung Süden und machen einen Zwischenstop in der Schlucht Viamala. Für 8,00 SFR (5,00 Euro) Eintritt dürfen wir über Treppen tief in die Schlucht absteigen. Über Tunnel und in Fels gesprengte Gänge gelangen wir in beeindruckende Ecken der Schlucht. Hoch über unseren Köpfen überspannen alte Brücken die Schlucht. Auf einer der Brücken will ein deutscher Tourist sein Wohnwagengespann wenden, da ihm die Strasse zu steil wird. Hoffnungslos!!!!!!

Bild 1: Schlucht Viamala

Bild 2: Schlucht Viamala

Bild 3: Abendstimmung in Chiavenna

S o n n t a g, 31.07.2005
Wenige Parkplätze gibt es in S. Giacomo Filippo, denn das alte Dörfchen liegt am steilen Hang im Valle San Giacomo. Wir stellen das Auto ab und packen unsere schweren Rucksäcke. Auf einem Asphaltsträsschen, das nach S. Bernardo hinauf führt, laufen wir durch das Dörfchen. Schon nach wenigen hundert Metern öffnet der Himmel seine Pforten. Wir finden unter einem Dach Unterschlupf. Nach einer halben Stunde setzen wir den Marsch fort. Nur mit wachsamen Augen ist die Wegmarkierung zu erkennen, die uns von der Strasse weg lockt. Wären da nicht die Wegmarkierungen, hätten wir Skrupel, über die privat anmutenden Grundstücke zu laufen. Im dichten Kastanienwald verläuft der Weg in gebührendem Abstand zur Landstrasse 36, die den Splügenpass mit Chiavenna verbindet. Nach einem kleinen Wasserfall zweigt unser Weg nach Osten ab. Er trägt die Bezeichnung C25 und ist ein Teilstück des T.V.S. (Trekking Valle Spluga). In Serpentinen schlängelt sich der breite, aus massiven Natursteinblöcken erbaute Wanderweg den steilen Berg hinauf. Stellenweise verdeckt trockenes Laub den Weg, so dass wir einmal im weglosen Gelände stehen. Nach mehr als 500 Höhenmetern erreichen wir das Bergdorf S. Bernardo. Hier gönnen wir uns eine kleine Trinkpause, denn es geht noch mal 150 Höhenmeter hinauf, bis San Rocco. Die Wegweiser führen uns durch die schmalen Gassen zwischen den Häusern hindurch. Die folgenden 2 Kilometer, durch das Tal Valle del Drogo, sind etwas unbeschwerlicher, da bis zu der Siedlung Caurga kaum Höhenmeter zu überwinden sind. Die Siedlung macht einen aussergewöhnlich gepflegten Eindruck. Vermutlich werden die meisten renovierten Häuser als Ferienhäuser genutzt. Im letzten Haus der Siedlung sollen wir den Schlüssel für die Biwak-Hütte, unserem Tagesziel, erhalten. Nur dem Umstand, dass wir einem Schild folgen, das kalte Getränke verspricht, verdanken wir es, dass wir zum Hüttenschlüssel kommen. Die kalten Getränke gibt's obendrein. Die Wegbeschreibung der Einheimischen ist wohl eher was für desgleichen. Die versprochene Abzweigung verpassen wir. So wechseln wir ungewollt auf den Weg mit der Bezeichnung C28, der aber auch zu unserem Ziel führt. Sehr steil führt jetzt der Pfad in kurzen Serpentinen durch einen lichten Wald den Berg hinauf und will nicht mehr enden. Erst nach einigen Hundert Höhenmetern verlässt der Pfad den Wald und mündet in eine Hochebene. Dort stehen einige alte Natursteinhäuser inmitten von hohem Gras, scheinbar unbewohnt, aber ein Mann im Millitärlook verrichtet irgend eine Arbeit. Die Wegmarkierungen haben sich wieder einmal unsichtbar gemacht. In der Richtung, die uns der Mann anzeigt, finden wir wieder leichte Anzeichen eines Pfades. Erst nach einer Pause verfolgen wir den Pfad, der uns zunächst durch dichtes Gestrüpp am Hang entlang führt und dann in einem steinernen Meer mündet. Durch ein Labyrinth von Felsbrocken hindurch geht es weiter aufwärts, bis endlich auf über 2000m der Stausee Bacino del Truzzo vor uns auftaucht. In dieser Höhe pfeift ein kalter Wind, so dass wir keine längere Pause mehr einlegen wollen. Zwischen den Felsen hindurch sind noch kleinere Steigungen zu überwinden, bis schliesslich unser Tagesziel, die Biwak-Hütte Rif. Carlo Emilio vor uns liegt. Zwei Schafe begrüssen uns vor der Hütte. Ab jetzt ist Hausarbeit angesagt. Holzofen anheizen, Gas einschalten, Solaranlage in Betrieb nehmen und Wasser holen. Die Hütte liegt direkt am kleinen See L. Nero. In der Nacht sehen wir die Lichter der Alpe Truzzo, die wir bei Tageslicht nicht gesehen haben, da sie sich so gut in die Landschaft einfügt.

Bild 4: Wanderweg "Via Spluga"

Bild 5: Wasserfall

Bild 6: verlassenes Haus

Bild 7: Weg nach S. Bernardo

Bild 8: Blick nach Laguzzolo

Bild 9: Kirche von S. Bernardo

Bild 10: Blick Richtung Chiavenna

Bild 11: Kapelle in San Rocco

Bild 12: Caurga (1294m)

Bild 13: Caurga

Bild 14: Caurga

Bild 15: Caurga

Bild 16: altes Steinhaus

Bild 17: Geröllfeld

Bild 18: Blick Richtung Osten

Bild 19: Wegmarkierung

Bild 20: Valle del Drogo

Bild 21: P. Camoscie (2467m)

Bild 22: Licht und Schatten

Bild 23: Bacino del Truzzo

Bild 24: Bacino del Truzzo

Bild 25: Bacino del Truzzo

Bild 26: L. Nero

Bild 27: Weg am L. Nero

Bild 28: Rif. Carlo Emilio an L. Nero

Bild 29: Mauer bei Rif. Carlo Emilio

Bild 30: L. Nero

M o n t a g, 01.08.2005
Bei Tageslicht sehen wir jetzt auch die wenige Hundert Meter entfernte Alpe Truzzo, die wir erst durch den Lichtschein in der Nacht entdeckt hatten. Sie ist sehr gut getarnt, da sie aus den Steinen der Umgebung erbaut wurde und sich so farblich optimal der Umgebung anpasst (siehe Bild 33). Unsere heutige Route führt uns nach Norden. Doch zunächst marschieren wir am Hubschrauberlandeplatz der Hütte vorbei, um das südliche Ufer des Stausees Bacino del Truzzo herum. Nach der Überquerung der Staumauer fragen wir uns, welchen Nutzen wohl das mehrstöckigen Bauwerk haben möge, das im Staubecken steht und durch eine Brücke mit dem Ufer verbunden ist. Nach einer halben Umrundung des Stausees steigen wir über ein Schotterfeld hinauf, um das teilweise senkrecht abfallende Ostufer passieren zu können. In luftiger Höhe queren wird den Hang und haben dabei einen fantastischen Tiefblick auf den Stausee und auch auf den kleinen See L. Nero mit der Biwakhütte Rif. Carlo Emilio. An der verlassenen Alpe Alpigia vorbei erreichen wir schliesslich den Pass P.so dell Alpigia, der den herrlichen Blick Richtung Osten, ins Tal Valle San Giacomo frei gibt. Die Weggabelung unweit vom Pass ist auf unseren Wanderkarten nicht registriert. So sind wir über unsere momentane Position etwas im Unklaren. Wir verfolgen die Wegmarkierungen und werden selbst von einer Herde von Schafen verfolgt. Die Schafe würden uns das Vesper aus dem Rucksack stehlen, wenn wir nicht aufpassen würden. Selbst unsere Ablenkmanöver schlagen fehl. So haben wir ein Stück des Weges lautstarke Begleitung dieser Vierbeiner. Offensichtlich verlassen wir aber dann deren Revier, denn es werden immer weniger Verfolger bis schliesslich Ruhe ist. Kaum zu erkennen ist in einer Senke eine Alpe. Wir hoffen dort, unseren aktuellen Standort zu erfahren. Es stellt sich heraus, dass wir bei der Alpe A. del Servizio gelandet sind. Diese liegt glücklicherweise auf unserer geplanten Strecke. Einige Arbeiter sind dabei, die zerfallene Alpe wieder aufzubauen. Zwei Häuser sind bereits in einem guten Zustand, andere liegen noch in Trümmern. Die italienische Beschreibung der weiteren Route bringen uns nicht die absolute Sicherheit aber die Aussage "no problemo" erleichtert uns sehr. Nach einer Pause verlassen wir die Alpe und wandern auf eine Felswand zu. An einer Stelle sind aus Natursteinen mächtige Treppen errichtet worden, die die Überwindung der Felswand zum Kinderspiel machen. Auf der von hohem Gras bedeckten Hochebene sind anfangs noch Spuren, später weder Zeichen noch Spuren zu erkennen. Der Kompass gibt die ungefähre Richtung an. Weglos queren wir die Hochebene, bis wir von einem Abgrund gestoppt werden. Dort unten vermuten wir unser Ziel. Siedlungen und Häuser scheinen zum greifen nahe. Nach kurzer Suche finden wir auch wieder eine Wegmarkierung, die uns sicher den steilen Hang hinunter führt. Inzwischen haben wir unser Tagesziel, die Hütte Rif. Gusone identifiziert und laufen unbezeichnete Pfade in die entsprechende Richtung. Von ein paar herumlaufenden Schweinen werden wir begrüsst. Die Hütte ist bewirtet und Schlafplätze sind frei. Wir sind die einzigen Gäste.

Bild 31: L. Nero

Bild 32: Rif. Carlo Emilio (2153m)

Bild 33: A. Truzzo (2110m)

Bild 34: Rif. Carlo Emilio

Bild 35: L. Nero mit Hubschrauberlandeplatz

Bild 36: L. Nero

Bild 37: Bacino del Truzzo

Bild 38: Bacino del Truzzo

Bild 39: Bacino del Truzzo

Bild 40: Weg am Bacino del Truzzo

Bild 41: Bacino del Truzzo

Bild 42: Bacino del Truzzo

Bild 43: Anstieg am Bacino del Truzzo

Bild 44: Weg im Fels

Bild 45: Bacino del Truzzo

Bild 46: L. Nero und Rof. Carlo Emilio

Bild 47: Bacino del Truzzo und L. Nero

Bild 48: Bacino del Truzzo

Bild 49: Blick Richtung L. Nero

Bild 50: Weg am Fels

Bild 51: wildes(?) Pferd

Bild 52: A. del Servizio

Bild 53: Wolken

Bild 54: A. del Servizio (1953m)

Bild 55: Blick Richtung Osten

Bild 56: Steintreppe

Bild 57: Blick Richtung Madesimo

Bild 58: Pferdeherde

Bild 59: Wolken

Bild 60: Regenwolken

Bild 61: Starleggia

Bild 62: Starleggia (1565m)

Bild 63: alte Siedlung

Bild 64: Abendstimmung

Bild 65: Abendstimmung

Bild 66: Haus in Gusone

Bild 67: Rif. Gusone (1855m)

D i e n s t a g, 02.08.2005
Nach dem Bergfrühstück verlassen wir unsere Unterkunft Rif. Gusone und wandern bei leichtem Nieselregen in Richtung Osten, bergab durch das Valle di Starleggia. Vor uns liegen mehr als 1300 Höhenmeter Abstieg. Bis zum kleinen Bergdorf Starleggia führt der Weg, ein weiterer Abschnitt des T.V.S., über feuchte Wiesen. Starleggia ist mit dem PKW erreichbar, eine Asphaltstrasse führt in unzähligen Kehren hinauf. Diese Asphaltstrasse benutzen auch wir. So müssen wir öfters unseren Schritt anhalten, um Autos passieren zu lassen. Am sehr steilen Hang lassen sich die Serpentinen nicht abkürzen und auf der Wanderkarte sind auch keine Alternativen eingezeichnet. Über Splughetta, einem weiteren Bergdorf, erreichen wir schliesslich die Autostrasse 36, die den Splügenpass mit Chiavenna verbindet. Am Campingplatz von Campodolcino retten wir uns vor dem Regen in eine überdachte Terrasse eines Kiosks. Eigentlich wollen wir das Ende des Regens abwarten und trinken ein paar Tassen Kaffee. Da aber keine Besserung in Sicht ist, ziehen wir doch unsere Regenjacken an und machen uns wieder auf den Weg. Unser Fahrzeug steht etwa 10 Kilometer südlich, im 500 Meter tieferen S. Giacomo-Filippo. Der Weg dort hin wird als "Via Spluga" oder auch "Sentiero del Giubileo" bezeichnet. Er führt am Wasserlauf Liro, unweit der Autostrasse 36 entlang, welche aber so gut wie nie zu sehen ist. Sowohl bewohnte Siedlungen, als auch längst verlassene und verfallene Siedlungen liegen auf der Strecke. Die ersten Kilometer ist der Weg sehr breit, teilweise auch asphaltiert. Gelegentlich ist über eine Hängebrücke der Fluss zu überqueren. Später wird mehr Trittsicherheit verlangt. Der Weg wird schmaler und führt kilometerweit durch ein Labyrinth von Felsen. Ein Wasserfall erinnert an den Beginn der mehrtägigen Tour, wir sind kurz vor S. Giacomo-Filippo. Dessen Kirchturm taucht schon zwischen den Bäumen auf. Auf bekanntem Weg gehen wir nun die letzten Schritte, bis zum Parkplatz, wo das Auto geduldig auf unsere Rückkehr wartet. Die Rückfahrt zwingt uns, wie bei der Anreise, auf den Splügenpass. Unterwegs laden wir unweit von Isola zwei unserer Wanderkameraden auf, die eine andere Weg-Variante gewählt haben.

Bild 68: Steinhütten

Bild 69: Strassenkehren

Bild 70: Wasserfall

Bild 71: Splughetta (1369m)

Bild 72: Wanderweg "Val Spluga"

Bild 73: Fussgängerbrücke

Bild 74: Fussgängerbrücke

Bild 75: Valle San Giacomo

Bild 76: Fussgängerbrücke

Bild 77: verlassene Häuser

Bild 78: Flieder

Bild 79: Holzbrücke

Bild 80: S. Giacomo Filippo (522m)
vorherige Wanderung Do. 28.07.2005, Toblermannskopf Übersicht nachfolgende Wanderung Mi. 31.08.2005, Sunnig Grat