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Ringelspitzhütte (363)
Freitag 15.06.2012

Anfahrt: Rielasingen - Stein am Rhein - Frauenfeld - St. Gallen - St. Margrethen - Sargans - Chur - Tamins

Route: Tamins - Vorder Säss - Hinter Säss - Ringelspitzhütte - Grossalp - Kunkelspass - Foppaloch - Tamins

Gehzeit: ca. 5:45 h
Tamins - Vorder Säss ... 1:40 h
Vorder Säss - Hinter Säss ... 0:45 h
Hinter Säss - Ringelspitzhütte ... 1:00 h
Ringelspitzhütte - Grossalp ... 0:15 h
Grossalp - Kunkelspass ... 0:50 h
Kunkelspass - Foppaloch ... 0:25 h
Foppaloch - Tamins ... 0:50 h

Höhendifferenz: ca. 1310m

Distanz: ca. 17km



Einem Bericht im Internet entnehmen wir, dass es am Ortsrand von Tamins in Richtung Kunkelspass kostenlose Parkplätze gibt. Ausserdem erfahren auf der Seite www.schweizer-huetten.ch , dass die Ringelspitzhütte ab Juni bewirtschaftet ist. Vorsichtshalber rufen wir an und haben so die Gewissheit, dass wir auf der Hütte etwas zu trinken bekommen.

Tatsächlich finden wir am nördlichen Ortsrand von Tamins gleich zwei Parkplätze, mit und ohne Markierungen. Am kleineren, unmarkierten Parkplatz hat der Energielieferant rhiienergie eine Karte mit verschiedenen Nordic Walking-Strecken aufgestellt. Gleich darauf zweigt ein Wirtschaftsweg nach links vom Asphaltsträsschen ab. Obwohl jegliche Markierung fehlt, trauen wir uns, den Wirtschaftsweg zu nutzen.

Schon nach wenigen Minuten mündet der Wirtschaftsweg in eine Haarnadelkurve des Passsträsschens. Ein Wanderwegweiser zeigt Lawoitobel und Ringelspitz Hütte SAC in Richtung Süden an, wo ein breiter Wirtschaftsweg vom Passsträsschen abzweigt. Ein anderer Wanderwegweiser zeigt die Ringelspitz Hütte mit dem Zusatz "Winterweg" in Richtung Norden an.

Über eine Stunde laufen wir die weiten Kehren des sanft ansteigenden Wirtschaftsweges durch den kühlen Sagiwald hinauf. Wir sind überrascht, dass wir in der Zeit auf eine Distanz von fast 4 km über 500 Höhenmeter gewonnen haben. Baumlücken geben Richtung Süden gelegentlich einen Blick auf den Hinterrhein mit den Ortschaften Bonaduz und Rhäzüns frei.

Vom Wirtschaftsweg der stellenweise auf der rechten Seite von senkrechten Felswänden begleitet wird, inzwischen mit grünen Mittelstreifen, zweigt an einem Wanderwegweiser ein schmaler Pfad nach links ab. Wir befinden uns jetzt über dem Lawoitobel, in dem tief unten deutlich hörbar der Lawoibach braust.

Spürbar erhöht sich die Steigung des Pfades, was sich besonders durch erhöhten Schweissfluss von der Stirn (natürlich in die Augen, vermischt mit Sonnenschutz) bemerkbar macht. In 25 Minuten steigen wir 200 Höhenmeter zu einer wunderschönen Hütte bei Vorder Säss auf. Jetzt haben wir eine Pause wirklich verdient. Ein Tisch mit zwei Bänken vor der Hütte zwingt förmlich dazu.

Nach einer halben Stunde sind wir zu weiteren Anstrengungen motiviert. Langsam nähern wir uns dem Lawoibach. Nach etwas mehr als einem Kilometer verläuft der Pfad in wenigen Metern Abstand parallel zum Bachverlauf weiter. Der Wald weicht einem offenen Gelände mit kleineren Baumgruppen und einzelnen Lärchen, die gerade erst neue Nadeln bekommen haben.

Vereinzelt decken Schneereste den Lauf des Baches ab. Durch Steine und Sand haben die Schneeflecken ihre weisse Farbe eingebüsst, aber das Wasser des Baches, das unterm Schnee verschwindet und ein paar Meter weiter wieder hervorsprudelt, ist glasklar. Eine Holzbrücke über den Bach hat den vergangenen Winter nicht unbeschadet überstanden. Glücklicherweise ist der Bach hier nicht so breit, so dass wir von Stein zu Stein darüber hüpfen können.

Auf der anderen Bachseite laufen wir noch gut 10 Minuten bis zum Erreichen der Hütte am Hinter Säss. Das Hinter Säss liegt knapp 250 Höhenmeter über Vorder Säss. Bäume werden jetzt mehr und mehr von Latschenkiefern abgelöst. Ab und zu steht eine Lärche schräg in der Landschaft. Die Schneereste werden häufiger und decken an mehreren Stellen nicht nur den Bach, sondern auch den Pfad zu.

Jetzt wieder im steileren Gelände, steigen wir den kurvigen Pfad etwas mehr als 200 Höhenmeter an und überqueren dabei einige Schneefelder. Über eine defekte Brücke kreuzt der Pfad den Bach ausgerechnet bei einem tiefen Einschnitt. Zwar ist die Brücke aus Beton, doch sie hat einen Knick nach unten und das Geländer wurde von den winterlichen Gewalten weggedrückt.

Vorsichtig balancieren wir ohne die Möglichkeit uns festzuhalten über den beschädigten Betonstreifen. Die Brücke hält unserem Übergewicht stand. Richtung Süden sehen wir jetzt durch das Tal des Lawoibaches viele schneebedeckte Gipfel der Schweizer Alpen. Ein Wiesenpfad schlängelt sich weiter aufwärts. Nach 20 Minuten weht vor uns die Schweizer Fahne bei der Ringelspitzhütte.

Die Hüttenwirtin erwartet uns schon. Sie hat heute Übernachtungsgäste und ist extra auf Grund unseres Anrufes etwas früher zur Hütte aufgestiegen, damit sie uns bewirten kann. Sie serviert uns eiskaltes Dosenbier von einer Brauerei, die ihren Namen von Nachbarberg geliehen hat. Viele Gipfel, die wir von hier aus sehen, kann die Hüttenwirtin beim Namen nennen.

Nach 1:20 Stunden werden die ersten Mitwanderer unruhig und wir beenden die Rast am höchsten Punkt unserer Wanderung. Über Wiesenpfade laufen wir in einer viertel Stunde zur Grossalp hinab. Die Gebäude der Alp waren schon von der Ringelspitzhütte aus zu sehen. Noch ist die Alp und deren Umgebung blitzeblank sauber, denn für die Rinder hat die Saison noch nicht begonnen.

Wir schauen noch einmal zurück, auf den unscheinbaren kleinen Hügel, auf dem inmitten von Latschenkiefern die Ringelspitzhütte sitzt und folgen dann einem Wirtschaftsweg in Richtung Osten. Schon nach wenigen Hundert Metern zweigt nach links ein Pfad ab, der uns natürlich lieber ist, als der breite Wirtschaftsweg. Wieder und wieder sehen wir rückblickend, zwischen den runden Hügeln im Vordergrund, die steile Spitze des Ringelspitz.

Eine weite Kehre des Wirtschaftsweges kürzt der Wiesenpfad ab und kreuzt diesen nach einem Abstieg von ungefähr 70 Höhenmetern wieder. Dann säumen mehr und mehr grüne Lärchen den Wegesrand. Durch Baumlücken sehen wir immer wieder durchs Taminatal bis hin zur Schesaplana und kurze Zeit später blicken wir auf der anderen Seite in das Rheintal hinab, wo sich der Hinterrhein bis nach Reichenau schlängelt und sich dort mit dem Vorderrhein vereint.

Nicht mehr enden wollende Hohlwege gehen abwärts, abwärts, abwärts, über lange Strecken hinweg sichtbar. Fast eine dreiviertel Stunde steigen wir so von der Grossalp ab. An einem Aussichtspunkt machen wir noch einmal Halt und schauen durch eine Baumlücke in Richtung Süden. Kurz darauf tritt der Pfad aus dem Wald und mündet nach weiteren fünf in einen Wirtschaftsweg.

Von hier sehen wir jetzt recht gut den markanten Ringelspitz und die imposanten Orgeln. Zum ersten mal fällt uns im Westen ein interessanter Felsturm auf, der laut Karte auch Turm heissen muss. Knapp zehn Minuten folgen wir dem Wirtschaftsweg bis zu den Gebäuden am Kunkelspass. Glücklicherweise handelt es sich bei einem der Gebäude um ein Gasthaus, dessen Terrasse wir sofort für eine Einkehr nutzen.

Zwei Varianten bieten sich nach der Pause an, nach Tamins zurück zu laufen. Wir verschmähen das Passsträsschen und entscheiden und für den Weg durch das Foppaloch, der mit einer Gehzeit von anderthalb Stunden sogar eine Viertelstunde kürzer ist, als auf dem das Passsträsschen.

Über die Wiesen verlassen wir das Gasthaus Richtung Osten und passieren dabei einen Kaskadenbrunnen, zusammengesetzt aus mehreren ausgehöhlten Baumstämmen. Dann verschwindet der Pfad, und somit auch wir, im Wald. An der Öffnung eines elektrischen Weidezauns begegnen wir einem Biker, der den gleichen Weg nehmen will, wie wir. Daraus die Schlussfolgerung abzuleiten, es handle sich um einen gemütlichen Spazierweg, wäre ein schwerer Irrtum.

Eine halbe Stunde steigen wir den schmalen und steinigen Pfad durch den dunklen Wald fast 250 Höhenmeter hinab. An manchen Passagen müssen wir an den Biker denken, vor allem dann, wenn wir eine berechtigte Bremsspur sehen. Erst jetzt sehen wir über unseren Köpfen senkrecht und überhängend aufragende Felswände. Laut einer Tafel an einem Wanderwegweiser befinden wir uns nun im Foppaloch.

Noch weitere zweihundert Höhenmeter steigen wir den Pfad ab, passieren dabei so manchen steilen Schotterhang, bis der Pfad in das Passsträsschen mündet, auf dem wir gemütlich in 25 Minuten bis zum Ortsrand von Tamins laufen.

Bild 1: Kirche von Tamins

Bild 2: Orchidee

Bild 3: Hinterrhein und Bonaduz

Bild 4: Felswand im Sagiwald

Bild 5: Vorder Säss (1422m)

Bild 6: Wiesenblumen

Bild 7: Schmetterling

Bild 8: Felswand am Lawoital

Bild 9: Baumstämme

Bild 10: Lawoital

Bild 11: Lawoibach

Bild 12: defekte Holzbrücke

Bild 13: defekte Holzbrücke

Bild 14: Lawoibach

Bild 15: Lawoital

Bild 16: Lawoibach

Bild 17: Lawoital

Bild 18: Hinter Säss (1667m)

Bild 19: Lawoital

Bild 20: Lawoital

Bild 21: Lawoibach

Bild 22: Felswand

Bild 23: Lawoital

Bild 24: Lawoibach

Bild 25: Lawoital

Bild 26: Lawoibach

Bild 27: Lawoibach

Bild 28: Lawoital

Bild 29: Lawoital

Bild 30: Schneereste

Bild 31: Lawoital

Bild 32: defekte Betonbrücke

Bild 33: defekte Betonbrücke

Bild 34: Schneereste

Bild 35: Lawoital

Bild 36: Berglandschaft

Bild 37: Brunnen unter Ringelspitzhütte

Bild 38: Calanda

Bild 39: Blick zur Grossalp

Bild 40: Ringelspitzhütte (2000m)

Bild 41: Ringelspitz unter der Wolke

Bild 42: Blick Richtung Schesaplana

Bild 43: Ringelspitzhütte (Bildmitte)

Bild 44: Grossalp (1833m)

Bild 45: Grossalp

Bild 46: Weiden bei Grossalp

Bild 47: Blick ins Taminatal

Bild 48: Wirtschaftsweg auf Grossalp

Bild 49: Ringelspitzhütte (li.), Ringelspitz (Mitte)

Bild 50: Blick Richtung Calanda

Bild 51: Blick zum Hinterrhein

Bild 52: Bergwiese

Bild 53: Lärchen Nähe Kunkelspass

Bild 54: Orglen

Bild 55: Ringelspitz

Bild 56: Turm und Säsagit (li.)

Bild 57: Gebäude am Kunkelspass

Bild 58: Kaskaden-Brunnen am Kunkelspass

Bild 59: Felswand am Foppaloch

Bild 60: Foppaloch

Bild 61: Fels am Foppaloch

Bild 62: Girsch, Blick Richtung Norden

Bild 63: Girsch, Blick Richtung Norden

Bild 64: Cowboy

Bild 65: Blick Richtung Foppaloch

Bild 66: überschwemmte Wiese

Bild 67: Bach

Bild 68: Kirche von Tamins
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