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Fänerenspitz (295)
Sonntag 22.08.2010

Anfahrt: Rielasingen - Konstanz - Bischofzell - Gossau - Herisau - Appenzell - Brülisau

Route: Brülisau - Fulen - Alp Rossberg - Zapfen - Forstseeli - Resspass - Fänerenspitz - Chapf - Brülisau

Gehzeit: ca. 5:00 h
Brülisau - Fulen  ... 1:10 h
Fulen - Alp Rossberg  ... 0:25 h
Alp Rossberg - Zapfen  ... 0:20 h
Zapfen - Forstseeli  ... 0:30 h
Forstseeli - Resspass  ... 0:20 h
Resspass - Fänerenspitz  ... 0:40 h
Fänerenspitz - Chapf  ... 1:00 h
Chapf - Brülisau  ... 0:35 h

Höhendifferenz: ca. 680m

Distanz: ca. 13km

Der grosse Parkplatz an der Seilbahnstation in Brülisau ist voll besetzt. Die Warteschlange am Einstieg der Bahn reicht bis auf die Strasse. Die Bauern nutzen die Gunst der Stunde und vermieten einen Abstellplatz auf ihrer Wiese für 2 Euro oder 3 CHF.

Dank Geheimtipp machen uns die Menschenmassen keine Sorgen. Wir sind schon nach einer Minute Gehzeit mutterseelenallein. Ab der Strassenbrücke am Ortseingang von Brülisau folgen wir ein paar Meter den Horstbach entgegen seiner Flussrichtung.

Über eine Wiese stossen wir am Waldrand an einen Zaun, der an einer Stelle eine Öffnung hat. Ab hier verläuft ein schmaler Pfad wenige hundert Meter durch einen Laubwald, bis er in einen asphaltierten Wirtschaftsweg mündet. Hier überqueren wir den Horstbach und biegen gleich darauf rechts ab, in Richtung Reespass.

Nach einigen Schritten auf dem Strässchen leitet uns ein gelber Pfeil auf dem Asphalt auf einen Wiesenpfad, der alsbald in den Wald eintaucht. Hoch über dem Horstbach überqueren kleinere Fussgängerbrücken Seitentobel und Zuflüsse. Dann setzt sich der Pfad im freien Gelände über steile Wiesen fort.

Beim Zurückschauen überwältigt uns trotz Dunst der Anblick des Alpsteingebirges, von Zahme Gocht über Altmann, Lisengrat, Säntis, Schäfler, Ebenalp und darunter, über den Baumgipfeln, die Kirche von Brülisau. Vor uns sehen wir die sanften Rundungen des Fänerenspitz.

Nach einer halben Stunde werden die Wiesen deutlich flacher und feuchter. An einer Hütte schickt uns ein Wanderwegweiser in Richtung Süden. Hier müsste laut digitaler Karte SwissMap der Weg zum Forsttobel abzweigen. Da aber keine Anzeichen eines Weges oder wenigstens Trittspuren zu erkennen sind, folgen wir dem Wanderwegweiser.

Nach der Überquerung des Horstbaches, oder einem seiner Zuflüsse, steigt der Pfad wieder deutlich an und passiert die Alm Fulen. Dort befragen wir ein paar Einheimische nach dem Weg durch den Forsttobel. Der ist ihnen aber auch nicht bekannt.

So folgen wir weiter dem Schotterweg in Richtung Süden, mit dem Fänerenspitz, unserem Ziel, im Nacken. Erst wie sich linkerhand der Wald lichtet und steilen Wiesenhängen weicht, trauen wir uns, weglos über eine frisch gemähte Wiese abzukürzen. In der Höhe sehen wir schon Menschenmassen, die auf dem Weg in Richtung Zapfen sind.

Wenige Meter über der Alp Rossberg stossen wir auf den regulären Wanderweg und reihen uns in die Menschenmassen ein. Knapp anderthalb Kilometer geht es nun, kaum ansteigend, zum Zapfen, einem Knotenpunkt von vielen Wanderwegen. Unterwegs haben wir kurz einen Tiefblick in den Forsttobel.

Am Zapfen steigen wir über eine Mauer aus Naturstein und folgen dem Wanderwegweiser Richtung Diepoldsauer Schwamm. Der Name hat seine Berechtigung, denn der Erdboden gleicht einem Schwamm, der sich in den letzten Tage ordentlich voll saugen konnte. Der vielbegangene Pfad ist streng von den Kuhweiden abgetrennt.

Nach wenigen Minuten empfängt uns die Musik einer Blaskapelle bei einem Fest einer Alm. Die freie Sicht ins Rheintal könnte uns schon fesseln und zum Verweilen animieren, aber die Musik und die Menschenmassen motivieren uns zum Weitergehen.

Wir hoffen, dass der schlammige Pfad durch den Wald die meisten Ausflügler vom Forstseeli fern hält und wir einen ruhigen Grillplatz am Ufer des Seeli finden. Doch spätestens beim Eintreffen am See stirbt diese Hoffnung. Wir beginnen den See weglos im Uhrzeigersinn zu umrunden und versinken knöcheltief im Morast. Erst in paar Meter vom See entfernt finden wir begehbare Trittspuren.

Schliesslich finden wir doch eine verlassene Grillstelle, die leider erst vor Kurzem mit Wasser gelöscht wurde. Die Steinumrandung ist noch warm. Dank Grillanzünder bringen wir auch das nasse Holz zum brennen. Während unserer Grillpause verlassen die meisten Ausflügler und Wanderer die Seeumgebung, so dass es am Ende doch noch etwas stiller wird.

Nach der Grillpause folgen wir dem Wanderwegweiser in Richtung Resspass und erreichen ihn, zunächst über einen Schotterweg, dann über schmale Waldpfade, nach etwa 20 Minuten. Am Resspass stossen wir wieder auf unsere Grillnachbarn vom Forstseeli.

Direkt am Resspass beginnt der Gratweg zum Fänerenspitz. Richtung Nordwesten geht es steil aufwärts, meist wenige Meter unterhalb der Gratkante entlang. Einen Moment sind wir unaufmerksam und schon kommen wir vom rechten Weg ab. Wir stehen vor einem Stacheldrahtzaun, an dem kein Durchgang vorgesehen ist. Weglos klettern wir am Zaun entlang den steilen Wiesenhang hinauf. Die vielen Trittspuren stammen von Kühen oder Wanderern, die den Weg verloren haben.

Nach vielen mühsamen Höhenmetern zwischen den einzelnen Bäumen hindurch stossen wir wieder auf den markierten Pfad und die Grillnachbarn vom Forstseeli. Nur noch wenige, wurzelreiche Höhenmeter trennen uns vom Gipfel des Fänerespitz.

Ein Kreuz aus zwei ziemlich naturbelassenen Baumstämmen ziert den zugigen Gipfel. Wir haben herrlich, dunstige Aussicht ins Rheintal, Appenzell und Alpsteingebirge. Die Sicht in die vierte Richtung ist durch Bäume verstellt. Auf der alten Wanderkarte ist kein Wanderweg über den Gipfel des Fänerenspitz aufgeführt. Doch am Gipfel zeigt ein Wanderwegweiser mehrere Wanderziele an.

Wir verlassen den Gipfel in Richtung Eggerstanden und hangeln uns weglos, an weidenden Kühen vorbei, von einem Wanderwegweiser zum anderen, den steilen Wiesenhang hinunter. Bei einer Alm füllen wir die leeren Trinkflaschen mit kaltem Quellwasser auf. Bis zu einer noblen Siedlung von vermutlich ausschliesslich Zweitwohnungen laufen wir auf Wirtschaftswegen hinunter.

Weiter abwärts geht es über Kuhweiden und gemähte Wiesen, auf denen gerade noch eine Trittspur zu erkennen ist. Auf der Höhe von Brülisau folgen wir noch einmal den Geheimtipp durch eine Wald entlang des Horstbach. Die Parkwiese im Schatten der Dorfkirche ist nur noch von einzelnen, weit verstreuten Fahrzeugen belegt, die meisten Ausflügler sind längst weg.
Stiller Pfad bei Brüllisau
Bild 1: Stiller Pfad bei Brüllisau
Blick Richtung Brülisau und Schäfler
Bild 2: Blick Richtung Brülisau und Schäfler
Brücke über einem Horstbachzufluss
Bild 3: Brücke über einem Horstbachzufluss
Blick Richtung Ebenalp und Schäfler
Bild 4: Blick Richtung Ebenalp und Schäfler
Zahme Gocht, Schäfler, Ebenalp und Wiesenpfad
Bild 5: Zahme Gocht, Schäfler, Ebenalp und Wiesenpfad
Landschaft im Loch
Bild 6: Landschaft im Loch
Alm Fulen
Bild 7: Alm Fulen
Alm Fulen und Fänerenspitz
Bild 8: Alm Fulen und Fänerenspitz
Alp Sigel, Schäfler, Ebenalp
Bild 9: Alp Sigel, Schäfler, Ebenalp
Blick ins Appenzellerland
Bild 10: Blick ins Appenzellerland
Alp Rossberg
Bild 11: Alp Rossberg
Fänerenspitz
Bild 12: Fänerenspitz
Steinmauer bei Zapfen
Bild 13: Steinmauer bei Zapfen
Blick zum Alpstein
Bild 14: Blick zum Alpstein
Volksfest im Diepoldsauer Schwamm
Bild 15: Volksfest im Diepoldsauer Schwamm
Forstseeli
Bild 16: Forstseeli
Fliegenpilz
Bild 17: Fliegenpilz
Grillfeuer mit Würstchen
Bild 18: Grillfeuer mit Würstchen
Forstseeli
Bild 19: Forstseeli
Hütte und Grillstelle am Forstseeli
Bild 20: Hütte und Grillstelle am Forstseeli
Weg zum Resspass
Bild 21: Weg zum Resspass
Gratweg zur Fänerenspitz
Bild 22: Gratweg zur Fänerenspitz
Blick ins Rheintal
Bild 23: Blick ins Rheintal
Gipfelkreuz Fänerenspitz
Bild 24: Gipfelkreuz Fänerenspitz
bewachter Wanderwegweiser
Bild 25: bewachter Wanderwegweiser
Kühe
Bild 26: Kühe
Kühe
Bild 27: Kühe
Wolken über Kamor und Hoher Kasten
Bild 28: Wolken über Kamor und Hoher Kasten
Wiesenpfad und Alp Sigel
Bild 29: Wiesenpfad und Alp Sigel
Blick zum Säntis
Bild 30: Blick zum Säntis
Glockenblumen
Bild 31: Glockenblumen
Stiller Waldpfad bei Brülisau
Bild 32: Stiller Waldpfad bei Brülisau
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