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Bergell (129)
25.-28.05.2006

Anfahrt: Rielasingen - Konstanz - Rorschach - Chur - Splügen - Chiavenna - Borgo Nuovo

Do. 25.05.2006: Borgo Nuovo - Rif. Savogno
Gehzeit: ca. 2:00 h (550m, 4km)

Fr. 26.05.2006: Rif. Savogno - Lago dell'Acqua Fraggia - Borgo Nuovo
Gehzeit: ca. 7:00 h (1100m, 14km)

Sa. 27.05.2006: S. Giacomo-Filippo - Lagunc - Chiavenna
Gehzeit: ca. 6:00 h (800m, 9km)

So. 28.05.2006: Gualdera - Avero - Gualdera
Gehzeit: ca. 4:00 h (450m, 11km)


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   Ausschnitt aus KOMPASS WK 92
   Chiavenna-Val Bregaglia
   Lizenznr: 10-0706-ILAB
Donnerstag, 25.05.2006
Bei einem Zwischenstopp in Montespluga sitzen wir am Strassenrand, schlürfen einen Kaffee und beobachten die vorbeifahrenden Touristen mit ihren Surfbrettern auf dem Autodach. Ihr Ziel wird wohl der Comersee sein. Unser Ziel ist das kleine Städtchen Chiavenna, von dem uns noch das Valle San Giacomo trennt. Während Montespluga eher an Norwegen erinnert, herrschen 1600 Meter tiefer, in Chiavenna sommerliche Temperaturen. Nach einem Stadtbummel mit anschliessendem Eisessen stellen wir unsere Fahrzeuge bei der Pension in Borgo Nuovo ab, in der wir ab übernächste Nacht gastieren wollen. Mit dem Rucksack auf dem Buckel laufen wir am Campingplatz vorbei zum mächtigen, zweigeteilten Wasserfall Cascade dell'Acqua Fraggia. Auf unbezeichneten Pfaden suchen wir den Anschluss an den offiziellen Weg nach oben. An schwierigen Stellen helfen Eisentreppen zum Aufsteigen und Drahtseile schützen vor dem Abstürzen. Zwei mal überqueren wir den Flusslauf oberhalb des Wasserfalls über mehr oder weniger wackelige Brücken. Über steinalte Steintreppen erreichen wir in nach gut zwei Stunden Gehzeit das Bergdorf Savogno, wo wir im Rifugio Savogno eine Übernachtung inkl. Halbpension für 43,- Euro gebucht haben. Vor dem Abendessen ist noch genügend Zeit für eine Ortsbesichtigung. Die meisten Häuser sind unbewohnt und teilweise zerfallen. Im Labyrinth der schmalen Gassen kann man sich leicht verlaufen.


Bild 1: Montespluga (1908m)

Bild 2: F.Mera in Chiavenna

Bild 3: Kirchturm

Bild 4: Il Castello

Bild 5: Cascate dell'Acqua Fraggia

Bild 6: Felstreppe

Bild 7: Blick nach Borgo Nuovo

Bild 8: Wasserfall

Bild 9: Felstreppe

Bild 10: Felstreppe

Bild 11: Rifugio Savogno (932m)

Bild 12: Rifugio Savogno

Bild 13: Savogno

Bild 14: Savogno

Bild 15: Savogno

Bild 16: Savogno

Bild 17: Savogno

Bild 18: Savogno

Bild 19: Savogno
   Ausschnitt aus KOMPASS WK 92
   Chiavenna-Val Bregaglia
   Lizenznr: 10-0706-ILAB
Freitag, 26.05.2006
Etwa 600 Meter tiefer liegt uns Chiavenna in der Morgensonne zu Füssen. Wir suchen nach dem Frühstück den Weg in Richtung Norden, zum Lago dell'Acqua Fraggia. Der ursprünglich gewählte Pfad wird jedoch immer schmaler und endet schliesslich im Dickicht. Für einen Versuch, im steilen Gelände querfeldein den richtigen Weg zu finden, ist niemand zu haben. Also drehen wir um und wählen an einer Abzweigung eine andere Richtung. Viele Felsstufen führen durch den Kastanienwald jetzt weiter steil nach oben. Wo sich der Wald lichtet, führt der Weg durch fast mannshohe Steinmauern über grüne Wiesen. Bei einer Häusergruppe, die wohl als Wochenenddomizil herausgeputzt sind, legen wir eine Rast ein. Oberhalb der Baumgrenze sind wir der prallen Sonne ausgesetzt. In Serpentinen schlängelt sich der Weg die steile Felswand hinauf, bis zur alten Siedlung Ponciagna. Für den Abstecher zum 200 Meter höher gelegenen Lago und zurück schätzen wir insgesamt eine Stunde Zeitaufwand. Der grösste Teil des Sees ist eisbedeckt. Auch in den schattigen Tälern der umliegenden Berge liegen noch Schneereste. Zurück in Ponciagna beobachten wir eine grössere Ziegenherde, die uns auf dem Weg, den wir gehen wollen, entgegen kommt. Dieser Weg verläuft auf der Karte genau auf einer Höhenlinie. In Wirklichkeit quert der Weg einen sehr steilen Hang. Nicht nur die Anstrengungen, sondern auch die Tiefblicke sind Ursache für den erhöhten Pulsschlag. Die Ziegen begleiten uns ein weites Stück des Weges, immer einen Schritt voraus, auf der Flucht. Am Ende der Querung geht es steil bergab. Wir blicken hinunter auf eine grüne Hochebene, auf der ein paar alte Häuser sehen und daran vorbei, noch einmal 1000 Meter tiefer, auf das Städtchen Chiavenna. Wiesen, Wald und Felstreppen wechseln sich ab. Endlich erreichen wir das Bergdorf Dasile, wo wir hoffen, etwas Flüssiges kaufen zu können. Einheimische, die gerade an der Kanalisation des Dorfes arbeiten, nehmen uns diese Hoffnung und schicken uns nach Savogno. Nur noch 10 Minuten trennen uns vom kalten Bier. Nach einer ausgedehnten Trinkpause nehmen wir die letzen 500 Meter Abstieg in Angriff. Bis hinunter zum Ort Borgo Nuovo hüpfen wir von einer Treppenstufe zur anderen und freuen uns riessig, wieder am Fusse des kühlenden Wasserfalls zu stehen. Die folgende Nacht verbringen wir im L'Azienda Agrituristica "AQUA FRACTA" für 25,- Euro inkl. Frühstück.


Bild 20: Chiavenna (333m)

Bild 21: gesicherter Pfad

Bild 22: Pfad zwischen Steinmauern

Bild 23: S.Antonie

Bild 24: S.Antonie

Bild 25: S.Antonie

Bild 26: Pfad zwischen Steinmauern

Bild 27: Pfad zwischen Steinmauern

Bild 28: Pfad zwischen Steinmauern

Bild 29: Alpigia (1474m)

Bild 30: Ponciagna (1816m)

Bild 31: gesicherter Pfad

Bild 32: Lago dell'Acqua Fraggia

Bild 33: Felsmuster

Bild 34: Ponciagna

Bild 35: Ponciagna

Bild 36: Felstreppe

Bild 37: Ziegen

Bild 38: Ziegen

Bild 39: Chiavenna

Bild 40: Berglandschaft

Bild 41: Corbia (1373m)

Bild 42: Ziege bei Corbia

Bild 43: Berglandschaft

Bild 44: Pfad über Corbia

Bild 45: Corbia

Bild 46: Corbia

Bild 47: Corbia

Bild 48: Waldpfad

Bild 49: Chiavenna

Bild 50: Dasile

Bild 51: Waldpfad

Bild 52: Felstreppe

Bild 53: Berglandschaft

Bild 54: Dächer von Dasile

Bild 55: Cascate dell'Acqua Fraggia

Bild 56: Cascate dell'Acqua Fraggia
   Ausschnitt aus KOMPASS WK 92 Chiavenna-Val Bregaglia
   Lizenznr: 10-0706-ILAB
Samstag, 27.05.2006
Nachdem wir durch verschiedene leckere Kuchen eigentlich schon satt sind, werden auch noch Schinken und Käse aufgetischt. Gut gestärkt fahren wir über Chiavenna in Richtung Splügen-Pass bis zur Ortschaft S.Giacomo-Filippo. Das Dorf Dalo ist zwar mit dem Auto erreichbar, aber wir wählen den Fussweg. Schon bald zweigt ein Pfad vom Fahrweg ab. Schliesslich erreichen wir über eine Wiese das menschenleere Dorf. Am Rande der Hochebene steht ein eisernes Kreuz über dem senkrechten Abgrund, hoch über Chavenna. Wir setzen unseren Weg nach einer Trinkpause fort. Steil geht es in Richtung Norden durch den Kastanienwald hinauf, meist über Felstreppen, bis wir 250 Meter höher das malerische Dorf Lagunc erreichen. Die meisten Häuschen sind restauriert, an manchen wird gerade gebastelt. Inmitten des Dorfes spiegeln sich die Häuser und die umliegenden Berggipfel in einem kleinen Teich. Auf der anderen Seite des Tales Valle San Giacomo reiht sich ein Dorf an das andere. Ein paar Meter über Lagunc gönnen wir uns bei einer Grillstelle eine ausgedehnte Vesperpause, bevor wir wieder den Rückweg nach Dalo antreten. Der nächste Streckenabschnitt nach Pianazzola sieht zwar auf der Wanderkarte recht kurz aus, aber es sind 500 Höhenmeter abzusteigen. Anfangs verläuft der breite und durch Drahtseil gesicherte Weg entlang eines fast senkrechten Felshangs. Dann verlieren wir schnell an Höhe über steile Felstreppen, die erst am Ortsrand von Pianazzola enden. Pianazzola ist durch eine Strasse erreichbar. Wir suchen die Dorfmitte und fragen eine Dorfbewohnerin nach einer Gartenwirtschaft. Welch ein Zufall, dass genau diese Dorfbewohnerin als Einzige im ganzen Dorf Getränke verkauft. Sie freut sich ganz offensichtlich über etwas Abwechslung durch unseren Besuch, erzählt uns ein wenig über sich und das Dorf und zeigt uns schliesslich den weiteren Weg durch das Labyrinth der Dorfgassen. Wieder können wir die vielen Felsstufen kaum zählen. Hohes Gras und Gebüsch lassen erahnen, dass der Pfad nicht oft begangen wird. Endlich erreichen wir einen Vorort von Chiavenna und die Fahrstrasse nach Borgo Nuovo. Der Marsch an der Strasse entlang bis zu unserer Unterkunft zieht sich aber auch noch viele Kilometer in die Länge.


Bild 57: Chiavenna

Bild 58: Felstreppe

Bild 59: Lagunc

Bild 60: Lagunc

Bild 61: Lagunc

Bild 62: Lagunc (1348m)

Bild 63: Chiavenna

Bild 64: Pianazzola (635m)

Bild 65: Kirche in Pianazzola

Bild 66: Chiavenna

Bild 67: Chiavenna

Bild 68: Chiavenna

Bild 69: L'Azienda Agrituristica "AQUA FRACTA"
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Sonntag, 28.05.2006
Für den letzten Tag ist nur noch eine kleine Wanderung zum Dorf Avero geplant. Von Campodolcino aus fahren wir mit dem PKW 400 Meter hinauf zur Siedlung Gualdera. Auf einer Wiese sind hier schon mehrere Fahrzeuge abgestellt. Die ersten 200 Höhenmeter legen wir zu Fuss auf dem teilweise steilen Betonsträsschen zurück. An einigen Stellen lassen sich die Serpentinen über einen Waldpfad abkürzen. Trotz Sonntag ist eine Gruppe von Männern damit beschäftigt, die Strasse auszubessern. Eine Aufschrift auf einem Stein zeigt die Richtung nach Avero über eine Wiese an. Ein Sturm hat die Wiese und den Pfad mit Kleinholz übersäht. Eine italienische Wandergruppe pfeift uns zurück, wie wir auf dem falschen Weg sind. Am Scheitelpunkt des Weges sehen wir zum Dorf Avero hinüber. Kaum zu glauben, dass uns noch eine Gehzeit von einer Stunde vom Ort trennt. Durch Lärchenwälder zieht sich der schmale, meist überschaubare Pfad am steilen Berghang entlang. Kurz vor dem Dorf sind letzte Schneereste zu überqueren. Trotz Abgelegenheit ist das Dorf nicht ganz verlassen. Einige Häuschen sind bewohnt und mehrere Besucher streifen durch die Gassen des Dorfes. Bevor wir den Weg zurück laufen, den wir gekommen sind, stärken wir uns durch mitgebrachtes Vesper. Zum Abschluss finden wir in der Siedlung Gualdera in einer Bar ein grösseres Sortiment an Getränken, als in so mancher Grossstadtkneipe.


Bild 70: Siedlung bei Gualdera

Bild 71: Berglandschaft

Bild 72: Blick Richtung Avero

Bild 73: Pfad durch Birken

Bild 74: Avero (1678m)

Bild 75: Avero

Bild 76: Hütte in Avero

Bild 77: gesicherter Pfad

Bild 78: Wegweiser nach Avero

Bild 79: Bondeno

Bild 80: Getränkeauswahl in Gualdera
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