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Bergell (98)
26.-28.05.2005

Anfahrt: Rielasingen - Konstanz - Rorschach - Chur - Splügen - Chiavenna - Borgo Nuovo

Do. 26.05.2005: Borgo Nuovo - Savogno - Dasile
Gehzeit: ca. 5:00 h, 600m, 7km

Fr. 27.05.2005: Castasegna - Soglio - Vicosporano
Gehzeit: ca. 6:00 h, 750m, 12km

Sa. 28.05.2005: Mezzola - Codera - Salina
Gehzeit: ca. 6:00 h, 800m, 14km



Ausschnitt aus KOMPASS WK 92
Chiavenna-Val Bregaglia
Lizenznr: 10-0706-ILAB
Donnerstag, 26.05.2005

Der kleine italienische Ort Borgo Nuovo liegt im Tal Bergaglia (Bergell) unterhalb des imposanten Doppel-Wasserfalls Cascade dell' Acqua Fraggia. Hier haben wir unser Basislager, von wo aus wir die einzelnen Tagestouren starten. Vom Campingplatz mit Wasserfallblick sind es nur wenige Gehminuten bis an den Fusse des Wasserfalls.

Viele Trampelpfade führen nach oben, wir entscheiden uns für einen von ihnen. Gut gesicherte Steige und mehrere Eisentreppen erlauben den steilen Aufstieg nahe am Wasserfall. Immer wieder ermöglichen Aussichtsplattformen die direkte Berührung mit dem anschliessend hinabstürzenden Wasser. Oberhalb des Wasserfalls überqueren wir den Zufluss zwei mal, einmal über eine stabile Hängebrücke und ein zweites mal über eine feste Holzbrücke.

Alte Kastanienbäume spenden wohltuenden Schatten. Mehr und mehr säumen Ruinen von alten Steinhäusern den Bergpfad. Ganz unerwartet taucht plötzlich ein alter Kirchturm vor unseren Augen auf. Dazu gehört das idyllische Bergdorf Savogno, das einen verschlafenen, wenn nicht gar nahezu unbewohnten Eindruck auf uns macht. Immerhin gibt es ein bewirtschaftetes Gasthaus, dessen kleine Terrasse wir sofort belagern.

Gigantisch ist der Blick nach Chiavenna hinunter, einer italienischen Kleinstadt. Nach einer gemütlichen Rast und einer Besichtigung des Geisterdorfes steigen wir weitere 100 Höhenmeter über einen noblen Römerweg hinauf, in das nächste Bergdorf, Namens Dasile. Das Dorf liegt am Rande einer Hochebene und macht einen etwas bewohnteren Eindruck. Es wird sogar gehämmert und gesägt. Auf den Wiesen kommen ein paar Esel (mit 4 Beinen) auf uns zugerannt.

Die Stille, der Tiefblick und der Blick auf die schneebedeckten Dreitausender zwingen uns einfach wieder zum längeren Verweilen. Für den Rückweg entscheiden wir uns für eine östlichere Variante. Treppenartig führt der Weg durch Kastanienwälder, vorbei an vielen alten Ruinen, die an den Felswänden kleben, bis wir uns wieder dem Wasserfall nähern. Seine Gischt empfinden wir jetzt, in der Nachmittagshitze, als wohltuend erfrischend.

Trotz müden Beinen besuchen wir nach einer Dusche in unserer Unterkunft noch den Stadtpark von Chiavenna, der seinen Namen Paradiso nicht ganz zu unrecht trägt. Mitten im Städtchen überragt der Park auf zwei hohen Felsen, die durch eine tiefe Schlucht voneinander getrennt sind, sogar den nahegelegenen Kirchturm. Auf der Verbindungsbrücke zwischen den beiden Felsen könnte es so manchem schwindelig werden.

Den schönen Tag lassen wir in einer Grotta bei Speis und Trank ausklingen. Dass die Speisekarte keine Preise enthält, schreckt uns nach der gelungenen Wanderung nicht ab. Um so mehr sind wir überrascht, dass der Gesamtpreis für 6 Personen nur 55 Euro ausmacht.

Cascade dell' Acqua Fraggia
Bild 1: Cascade dell' Acqua Fraggia
Cascade dell' Acqua Fraggia
Bild 2: Cascade dell' Acqua Fraggia
Cascade dell' Acqua Fraggia
Bild 3: Cascade dell' Acqua Fraggia
Cascade dell' Acqua Fraggia
Bild 4: Cascade dell' Acqua Fraggia
Cascade dell' Acqua Fraggia
Bild 5: Cascade dell' Acqua Fraggia
Cascade dell' Acqua Fraggia
Bild 6: Cascade dell' Acqua Fraggia
Cascade dell' Acqua Fraggia
Bild 7: Cascade dell' Acqua Fraggia
Aussichtspunkt
Bild 8: Aussichtspunkt
gesicherter Pfad
Bild 9: gesicherter Pfad
Eisentreppe
Bild 10: Eisentreppe
gesicherter Pfad
Bild 11: gesicherter Pfad
Blick auf Borgo Nuovo
Bild 12: Blick auf Borgo Nuovo
Blick Richtung Chiavenna
Bild 13: Blick Richtung Chiavenna
Blick Richtung Chiavenna
Bild 14: Blick Richtung Chiavenna
Hängebrücke
Bild 15: Hängebrücke
am Wasserfall
Bild 16: am Wasserfall
Wasserfall
Bild 17: Wasserfall
alte Säge
Bild 18: alte Säge
Römerweg nach Dasile
Bild 19: Römerweg nach Dasile
Häuser von Savogno
Bild 20: Häuser von Savogno
Häuser von Savogno
Bild 21: Häuser von Savogno
Savogno
Bild 22: Savogno (932m)
Kreuz bei Dasile
Bild 23: Kreuz bei Dasile
Savogno
Bild 24: Savogno
Savogno
Bild 25: Savogno
Chiavenna
Bild 26: Chiavenna
Chiavenna
Bild 27: Chiavenna
Chiavenna
Bild 28: Chiavenna
abendliche Sonnenstrahlen
Bild 29: abendliche Sonnenstrahlen
Ausschnitt aus KOMPASS WK 92 Chiavenna-Val Bregaglia
Lizenznr: 10-0706-ILAB
Freitag, 27.05.2005

Von Borgo Nuovo aus fahren wir mit dem Auto wenige Kilometer in Richtung Malioapass (St. Moritz), über die Grenze das Schweizer Örtchen Castasegna. Sofort auffallend ist die Reinlichkeit und der Wohlstand. Alles sieht aus wie geleckt. Wir sehen einen Parkplatz, aber alle Wege dort hin scheinen höchstens für Fahrräder gemacht zu sein. Eine einheimische Frau verrät uns den Zufahrtsweg. Durch eine gepflegte Siedlung, an Infotafeln vorbei, die über die Ernte von Kastanien berichten, gelangen wir zum ausgewiesenen Wanderweg.

Die ersten Höhenmeter schützen uns alte Kastanienbäumen vor den kräftigen Sonnenstrahlen. Ein alter, vollbärtiger Mann mäht mit der Sense eine Bergwiese. Wir unterhalten uns mit ihm und erfahren, dass er sich im Sommer noch weiter oben in den Bergen aufhält. Immer wieder lädt ein sprudelnder Brunnen zur Erfrischung ein. In der Ferne, ungefähr auf gleicher Meereshöhe, ist schon das Bergdorf Soglio zu erkennen.

Auf einem breiten Schotterweg nähern wir uns dem Dorf, das über eine Strasse auch mit den Auto erreichbar ist. Wir staunen nicht schlecht, als wir in einer Gasse des Dorfes einen gelben Postbus stehen sehen. Neben einigen sehr alten Häuschen sind die meisten Gebäude doch in sehr gutem Zustand. Als Baumaterial wurde überwiegend Naturstein und Holz verwendet, sogar als Dachziegel dienen flache Natursteinplatten. Auch in der Gartenwirtschaft bekommen wir den Wohlstand der Schweiz zu spüren.

Der Kellner will uns einen Tomatensalat mit Mozarella für "nur" 18 Schweizerfranken anbieten. Schon das Angebot macht uns satt.Nach der Einkehr machen wir uns auf den Sentiero Panoramico, einem Panoramaweg, der in seiner vollen Länge bis zum Maloiapass führt. Die Wanderkarte oberflächlich betrachtet glauben wir an einen gemütlichen Spaziergang. Doch der Weg steigt noch mal fast 500 Höhenmeter an. Dafür werden wir durch einen Tief- und Weitblick entschädigt.

Der abwechslungsreiche Weg kreuzt mehrfach Bäche, die als kleine Wasserfälle vom Berg herunter stürzen. Felsen, Wiesen und Wälder wechseln sich ab. Gelegentlich verleiht ein Drahtseil zusätzlichen halt. Ein sanfter Abstieg auf einem breiten Schotterweg bis in das Örtchen Vicosoprano, an vielen bunten Blumenwiesen vorbei, beschert der Wanderung noch einen gemütlichen Abschluss. Mit frischer Milch von echten Kühen direkt aus der Molkerei verkürzen wir uns die Wartezeit auf den gelben Postbus, der uns zum Ausgangspunkt zurück bringen soll. Der Fahrpreis beträgt 6 SFR bzw. 4 Euro für knappe 10 km.

Castasegna
Bild 30: Castasegna (690m)
Castasegna
Bild 31: Castasegna
Castasegna
Bild 32: Castasegna
Bergbauer
Bild 33: Bergbauer
Berglandwirtschaft
Bild 34: Berglandwirtschaft
Weiße Trichterlilie
Bild 35: Weiße Trichterlilie (Paradisea liliastrum)
Lebendgebärendes Alpenrispengras
Bild 36: Lebendgebärendes Alpenrispengras
Bergwiesen
Bild 37: Bergwiesen
Soglio
Bild 38: Soglio (1090m)
Waschhaus in Soglio
Bild 39: Waschhaus in Soglio
alter Dorfbogen
Bild 40: alter Dorfbogen
Soglio
Bild 41: Soglio
Soglio
Bild 42: Soglio
Kunst am Berg
Bild 43: Kunst am Berg
Bergpfad
Bild 44: Bergpfad
Val Bergaglia
Bild 45: Val Bergaglia
Sentiero Panoramico
Bild 46: Sentiero Panoramico
Val Bergaglia
Bild 47: Val Bergaglia
Berghäuser
Bild 48: Berghäuser
Bergpfad
Bild 49: Bergpfad
Bergpfad
Bild 50: Bergpfad
Waldweg
Bild 51: Waldweg
Mauern
Bild 52: Mauern
Viscosoprano
Bild 53: Viscosoprano
Brücke in Viscosoprano
Bild 54: Brücke in Viscosoprano
Palmen in Viscosoprano
Bild 55: Palmen in Viscosoprano
Ausschnitt aus KOMPASS WK 92
Chiavenna-Val Bregaglia
Lizenznr: 10-0706-ILAB
Samstag, 28.05.2005

Mit dem PKW fahren wir von Chiavenna aus etwa 15 km in Richtung Süden, in den Ort Novate Mezzola. Unser Ausgangspunkt liegt gerade mal auf 300 m Meereshöhe. Um uns herum überall sehr steile, baumbewachsene Hänge, schwer vorstellbar, wo hier Wanderwege sein sollen. Es muss sie aber geben, denn der Parkplatz für Wanderer ist gut belegt. Nebenan sehen wir gleich eine Sanitätsstation, das macht uns Mut. Ein Wegweiser zeigt ins Dickicht.

Steile, breite Natursteintreppen schlängeln sich in vielen Serpentinen durch dichten Laubwald hinauf. Seitwärts teilweise fast senkrechte Abgründe, deren Gefahr aber durch Drahtseilgeländer gebannt ist. So kann man den Tiefblick auf den Lago di Mezzola wirklich geniessen. Beim diesigen Wetter reicht die Sicht nicht bis zum Lago di Como, wie es sonst wohl der Fall ist. Auf einer Höhe von ca. 800 Metern legen wir beim Bergdorf Avedee eine Rast ein. Eine Hochebene bietet Platz für die Bewirtschaftung von Wiesen und Feldern.

Die Bewohner sind nur durch den Wanderweg (500 Höhenmeter Steintreppe) und eine Materialseilbahn mit der Aussenwelt verbunden. In östlicher Richtung sehen wir in der Ferne das Bergdorf Codera und sehr imposant, der in den Fels gehauenen Weg dort hin, teilweise durch Galerien überdacht, vor Steinschlag geschützt. Treppab, treppauf erblicken wir wieder einmal als erstes die Dorfkirche. Wie schon gewohnt, sehen viele der Häuschen sehr verlassen aus und sind es auch. Immerhin hat das Dorf zwei Gasthäuser. Wir entscheiden uns für Rif. Osteria Alpina, das die schöner Gartenterrasse hat. Hier lohnt es sich, lange zu rasten. Auf dem Weiterweg geraten wir in ein winziges Museum, das Bilder des beschwerlichen Lebens und die einfachen Werkzeuge der Bergbewohner ausstellt.

Eine Stunde lang wollen wir noch den Fernwanderweg Sentiero Italia verfolgen. Er führt durch das breite Tal, das ebenfalls Codera heisst. Ein Bergbach mit seinen vielen Pfützen lädt zwar zur Abkühlung ein, aber Warntafeln raten vor dem Baden ab, da gelegentlich weiter oben unverhofft die Schleussen eines Stausees geöffnet werden können. Es könnte ja dann die Unterhosen weggespült werden. Den Wegesrand schmücken vor allem frischer Farn, blühender Ginster und Azalee.

Als Wendepunkt legen wir die Siedlung Salina fest, einer Ansammlung von Häuschen, die offensichtlich nur für den Freizeitaufenthalt wieder bewohnbar gemacht wurden und werden. Über einen breiten, ausgetrockneten Bergbach können wir einen leichten hauch von Abenteuer schnuppern. Eine scheinbar robuste Hängebrücke, die nach einigen Schritten ordentlich zu schwingen beginnt, verbindet die beiden Ufer. Wieder zurück in Codera rasten wir noch mal auf dem Dorfplatz bei Gaststätte und Kirche, brechen aber bei entferntem Donnergrollen schnell auf. Beim Abstieg über die vielen Steintreppen ist in der Entfernung tatsächlich der Lago di Como zu erkennen.

Steintreppe
Bild 56: Steintreppe
Bergpfad
Bild 57: Bergpfad
Steintreppe
Bild 58: Steintreppe
Lago di Mezzola
Bild 59: Lago di Mezzola
Kapelle bei Avedee
Bild 60: Kapelle bei Avedee
Avedee
Bild 61: Avedee (980m)
Brand-Knabenkraut
Bild 62: Brand-Knabenkraut (Orchis ustulata)
Steintreppe auf dem Weg nach Codera
Bild 63: Steintreppe auf dem Weg nach Codera
Galerie bei Codera
Bild 64: Galerie bei Codera
Galerie bei Codera
Bild 65: Galerie bei Codera
Galerie nach Codera
Bild 66: Galerie nach Codera
Kirche von Codera
Bild 67: Kirche von Codera
Kirche in Codera
Bild 68: Kirche in Codera
Codera
Bild 69: Codera
Gartenterrasse in Codera
Bild 70: Gartenterrasse in Codera
Farn
Bild 71: Farn
Alpenrose
Bild 72: Alpenrose (Rhododndon ferrugineum)
Salina
Bild 73: Salina (1045m)
Salina
Bild 74: Salina
Hängebrücke
Bild 75: Hängebrücke
Hängebrücke bei Salina
Bild 76: Hängebrücke bei Salina
Ziege
Bild 77: Ziege (Nera Verzasca)
Weg bei Salina
Bild 78: Weg bei Salina
Lago di Mezzola
Bild 79: Lago di Mezzola
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