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Bälmeten (289)
Samstag 03.07.2010

Anfahrt: Rielasingen - Schaffhausen - Zürich - Westumfahrung - Brunnen - Erstfeld

Route: Schwandi - Ronen-Alp - Öfeli - Bälmeter Grat - Bälmeten - Öfeli - Ronen-Alp - Schwandi

Gehzeit: ca. 6:00 h
Schwandi - Ronen-Alp  ... 1:00 h
Ronen-Alp - Öfeli  ... 0:40 h
Öfeli - Bälmeter Grat  ... 1:05 h
Bälmeter Grat - Bälmeten  ... 0:35 h
Bälmeten - Öfeli  ... 1:15 h
Öfeli - Ronen-Alp  ... 0:25 h
Ronen-Alp - Schwandi  ... 1:00 h

Höhendifferenz: ca. 1300m

Distanz: ca. 13km

In Erstfeld zweigen wir an einem Wegweiser mit Seilbahnsymbol nach links ab. Zur Sicherheit fragen wir eine Passantin, ob wir auf dem richtigen Weg zur Seilbahn nach Oberschwandi sind. Sie zeigt nach links und sagt, wir sollen nach rechts abbiegen, hm!!

Neben einem sehr hässlichen Hochhaus finden wir die Talstation der winzigen Seilbahn. In einem offenen Holzschuppen hängt eine Vierergondel am Seil. An der Wand kleben mehrere Hinweisschilder und auch eine Bedienungsanleitung. Wir sollen die Ruftaste drücken. Da sich diese aber auf dem kleinen Kästchen für den Notruf befindet, dauert es ein Weilchen, bis wir uns trauen, sie zu drücken.

Schliesslich klappt es doch und nach dem Drücken der Ruftaste klingelt ein an der Wand hängendes Telefon. Eine alte Frau fragt, wie viele Personen wir sind. Ob sie nach der fünften Wiederholung verstanden hat, dass wir zu viert sind? Max. 4 Personen oder 400 kg kann die kleine Gondel pro Fahrt befördern.

Die Frau am Telefon teilt uns mit, dass die Gondel um 9:30 Uhr abfahren wird. Wir warten einen Moment und setzen uns in die Gondel, in der schon Einkäufe deponiert sind. Dann klingelt zu unserem Staunen in der Gondel ein Telefon, obwohl die Batterieanzeige der Bordelektronik absolutes Minimum anzeigt.

Die Gondel bewegt sich und hegt uns jetzt fast 650 Höhenmeter den Berg hinauf. Erst an der Bergstation, ebenfalls ein alter Holzschuppen, kaufen wir bei der alten Frau ein Retour-Ticket für nur 10,00 CHF pro Person. Die alte Frau kann wegen eines gebrochenen Beines kaum laufen. Sie wohnt alleine im alten Bauernhaus und wir müssen froh sein, dass sie die Bahn überhaupt noch bedienen kann.

Sie fragt nach unserem Ziel, gibt noch einen Tipp für eine Abkürzung und sagt dass wir eine Gehzeit von 3 Stunden bis zum Bälmeter Grat haben werden. Später erfahren wir, dass sie wohl um die 90 Jahre alt sein muss.

Zu der Tageszeit ist die Temperatur auf über 1100 Meter noch sehr erträglich. Wir vermissen Wanderwegweiser und Wegmarkierungen, aber nach dem Studium der Wanderkarte gibt es nur eine Richtung. Der Weg ist in sehr gutem Zustand, beinahe rollstuhlgeeignet. Nur leicht ansteigend führt er Richtung Südwesten, fast der Sonne entgegen.

Tief unter uns fliesst die Reuss, begleitet von der Autobahn zum Gotthard, und vor Augen haben wir sie spitzige Pyramide des Bristen, einem schneebedeckten Dreitausender. Von grünen Wiesen taucht der Weg bald in angenehm schattigen Wald ein. Vorbei an senkrechten Felswänden, erreichen wir nach 20 Minuten den zweiten Bach, vor dem wir laut Tipp der alten Frau links abbiegen sollen.

Der erste Bach war mangels Wasser ausgefallen. Aber eine deutliche Trittspur im steilen Wiesenhang vor einem rauschenden Bach kann nicht verkehrt sein, auch wenn weder Wegweiser noch Markierungen zu sehen sind.

Sehr steil geht es im Zickzack durch hohes Gras aufwärts. Leuchtend orangerote Feuerlilien sind am Wegesrand zu bewundern. An einem noch steileren Abschnitt sind Tritte in den Fels gehauen und ein Drahtseil gibt zusätzliche Sicherheit. Nach einigen schweisstreibenden Minuten mündet die Abkürzung wieder in den offiziellen Wanderweg, der sich lediglich in der Ausgetretenheit vom Abkürzungspfad unterscheidet.

Eine Stunde sind wir unterwegs, wie der Weg den Wald verlässt und an einem Wiesenhang die Ronen-Alp passiert. Dort füllen wir unsere Trinkflaschen mit kaltem Brunnenwasser auf und setzen unverzüglich den Marsch fort. Schliesslich sind für den Nachmittag Gewitter angesagt.

Obwohl nur knapp 250 Höhenmeter bis zur nächsten Alpe, benötigen wir durch die Latschenfelder doch fast eine dreiviertel Stunde. In einem Bergkessel, der sich Öfeli nennt, sind mehrere Holzhäuser und Hütten zwischen hausgrossen Felsbrocken versteckt. Ein Bergbauer ist mit dem Stutzen von Latschen beschäftigt, während seine Mädels sich auf einem Fels in der Sonne aalen.

Wir überqueren die grüne, mit Felsbrocken übersäte Wiesenfläche des Öfeli und gelangen bald an die Baumgrenze. Jetzt schützt uns nichts mehr vor der Sonne aber ein frisches Windchen sorgt für Abkühlung. Und wenige Minuten später sorgt auch eine senkrechte, teilweise auch überhängende Felswand, an der sich der Pfad entlang schlängelt, für angenehmen Schatten.

Vor Augen taucht zum ersten mal der Gipfel des Hoch Fulen auf. Rastlos folgen wir weiter dem Bergpfad, der uns an einem winzigen Seelein und ersten Schneefeldern vorbei über bunte Bergwiesen hinauf führt. Wenn auch bisher noch kein einziger Wanderwegweiser zu sehen war, so geben uns rotweisse Markierungen immerhin die Sicherheit, auf dem richtigen Weg zu sein.

Eine viertel Stunde unterbieten wir die von der alten Frau angegebene Gehzeit zum Bälmeten Grat. Nach 2:45 Stunden stehen wir auf diesem Grat und finden den ersten Wanderwegweiser auf unserer Tour. Ausgerechnet zum Bälmeten hin zeigt keine Tafel und zum Hoch Fulen ist keine Gehzeit angegeben.

Angesichts der Wolken am Horizont entscheiden wir uns, statt auf den Hoch Fulen, nur auf den niedrigeren Bälmeten zu steigen. Sein rundlicher Gipfel ist im Westen in geschätzten 30 Gehminuten zu sehen. Eine kleinen Zwischenanstieg auf direkten Gratweg vermeiden wir durch Umrundung. Über ein breites Hochplateau steigen wir auf eine Distanz von 1,5 Kilometern etwa 150 Höhenmeter zum Gipfel des Bälmeten hinauf. Tatsächlich benötigen wir dafür exakt 30 Minuten.

Am Rande der riessigen Gipfelebene steht ein Gipfelkreuz, fast 2000 Höhenmeter über Erstfeld. Atemberaubende Tiefblicke hat man von hier auf das Reusstal und zum Urner See. Leider ist im Moment die Sicht durch den starken Dunst erheblich eingeschränkt und immer mehr Wolken türmen sich am Himmel auf. Deshalb fällt unsere Gipfelrast eher bescheiden aus.

Während gelegentlich die Sonne für kurze Zeit hinter einer Wolke verschwindet, nehmen wir den selben Weg abwärts, den wir aufgestiegen waren. Zwar wirkt über eine Bergkante das Öfeli mit seinen Hütten zum Greifen nah, und doch benötigen wir vom Gipfel aus 1:15 Stunden bis in den Bergkessel. Nur 25 Minuten sind wir hingegen durch die Latschenfelder zur Ronen-Alp unterwegs.

Bei der Ronen-Alp wollen wir entscheiden, ob wir einen kleinen Umweg über das geschlossene Berggasthaus Strängmatt (inzwischen kein Berggasthaus mehr) machen wollen. Ein Donnerschlag nimmt uns die Entscheidung ab. Wieder füllen wir die Trinkflaschen mit frischem Brunnenwasser und setzen schleunigst die Tout fort.

Kaum tritt der Pfad in den Wald ein, sind erste Regentropfen zu spüren, obwohl die Sonne noch scheint. Sekunden später erleben wir heftigsten Gewitterregen, vor dem uns aber die Bäume etwas schützen. Mit Schirm und Regenjacke laufen wir den inzwischen angefeuchteten Bergpfad hinunter. Auf die Abkürzung, die wir beim Aufstieg genommen hatten, verzichten wir.

Wo der Bergpfad in den Verbindungsweg zwischen Oberschwandi und Strängmatt mündet, finden wir den ersten Wanderwegweiser, auf dem der Bälmeten aufgeführt ist. Etwa anderthalb Kilometer laufen wir auf dem bequemen und breiten Weg zur Bergstation der Seilbahn. Je näher wir zur Seilbahn kommen, um so trockener wird der Boden. Der Regen hat diese Ecke verschont.

Mit der Vierergondel wollen nun 5 Personen nach unten transportiert werden. Während wir an eine Verlosung denken, entscheidet die alte Frau, dass die Seilbahn auch 5 Personen aushalten wird. Währen wir an der Talstation der Seilbahn die Kleidung wechseln, sind wieder erste Regentropfen zu spüren. Kurz nach der Abfahrt regnet es in Strömen.

Bild 1: Vierergondel Erstfeld - Oberschwandi

Bild 2: Blick aus der Seilbahn

Bild 3: Blick aus der Seilbahn

Bild 4: Gondel an der Bergstation

Bild 5: Bergstation in Oberschwandi

Bild 6: Oberschwandi

Bild 7: Bristen und Reusstal

Bild 8: Bergweg nach Strängmatt

Bild 9: Bristen

Bild 10: Oberschwandi

Bild 11: Bergweg im Schatten

Bild 12: Bristen und Reusstal

Bild 13: Feuerlilie

Bild 14: Seilsicherung

Bild 15: Blick Richtung Erstfelder Tal

Bild 16: Bergwand unterm Bälmeten

Bild 17: Erstfeld und Erstfelder Tal

Bild 18: Aufstieg bei Öfeli

Bild 19: Alm im Öfeli

Bild 20: Alm im Öfeli

Bild 21: Blick Richtung Westen

Bild 22: Hoch Fulen

Bild 23: Pfad unter der Felswand

Bild 24: kleiner See

Bild 25: Rinderstock

Bild 26: Blick Richtung Hoch Fulen

Bild 27: Bälmeten (re.)

Bild 28: Hoch Fulen

Bild 29: Hoch Fulen, Gr. Windgällen, Rinderstock

Bild 30: Schneefeld unterm Bälmeten

Bild 31: Hoch Fulen und Gr. Windgällen

Bild 32: Gipfelkreuz Bälmeten und Urner See

Bild 33: Schattendorfer Bergen und Schächental

Bild 34: Blick zum Urner See

Bild 35: Erstfeld und Erstfelder Tal

Bild 36: Bristen und Reusstal

Bild 37: Hoch Fulen, Gr. Windgällen und Rinderstock

Bild 38: Bergblumen im Fels

Bild 39: Abstieg vom Bälmeten

Bild 40: Abstieg vom Bälmeten

Bild 41: Hoch Fulen

Bild 42: Hoch Fulen, Gr. Windgällen und Rinderstock

Bild 43: Hoch Fulen, Gr. Windgällen und Rinderstock

Bild 44: Hoch Fulen

Bild 45: Rinderstock

Bild 46: Pfad überm Öfeli

Bild 47: kleiner See

Bild 48: Pfad an der Felswand

Bild 49: überhängende Felswand

Bild 50: Alpenblume

Bild 51: Pfad an der Felswand

Bild 52: Gewitterwolken

Bild 53: Latschen

Bild 54: Alm im Öfeli

Bild 55: Latschen und Felswände

Bild 56: Bach und Tiefblick

Bild 57: Bachüberquerung

Bild 58: Erstfeld und Erstfelder Tal

Bild 59: Hütte bei Ronen-Alp

Bild 60: Brücke Oberschwandi - Strängmatt
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