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Amdener Höhenweg (42)
Sonntag 04.05.2003

Anfahrt: Rielasingen - Konstanz - Wil - Wattwil - Ricken - Amden (910m)

Route: Amden - Walau - Gäudig - Hinter Höhi - Hüttlisboden - Gulmen (1789m) - Altschen - Amden

Gehzeit: ca. 6:00 h

Höhendifferenz: ca. 800m

Distanz: ca. 17km

Schon auf der Hinfahrt leuchten die schneebedeckten Zweitausender des Alpsteins, Toggenburgs und der Glarner Alpen unter dem dunkelblauen Himmel. Die Luft ist sehr klar und sauber, eine Freude für jeden Fotografen. Voller Tatendrang ignorieren wir den Sessellift, der uns die ersten 350 Höhenmeter hinaufbefördern könnte. Zunächst führt uns ein Asphaltsträßchen an ein paar Häuschen von Amden vorbei. Ein steiler, mit Betonsteinen befestigter Fahrweg löst das Sträßchen ab. Schnell gewinnen wir an Höhe, zu schnell für einen unserer Begleiter. Er ruft uns noch hinterher, dass er den Lift vorzieht, doch keiner hört ihn. Plötzlich vermissen wir ihn. Fremde Wanderer berichten uns von einem Entgegenkommenden mit rotem Rucksack. Hatte er einen roten Rucksack? Wir vertrauen darauf, dass er den Sessellift benutzt und verfolgen den Weg weiter, über Wiesen und schließlich durch den Wald. Steil über uns ist das Gipfelkreuz des Mattstocks deutlich sichtbar, beinahe zum Greifen nahe. Laut Höhenmesser müsste die Bergstation des Sessellifts jetzt in unmittelbarer Nähe sein. Die Wegmarkierungen haben wir inzwischen verloren, also streifen wir durch das Dickicht in die Richtung, in der wir die Seilbahnstation vermuten. Treffer! Wenige Meter vor uns taucht die kleine Station auf. Dem Personal der Station ist in den letzten Minuten kein einzelner Wanderer aufgefallen. Da muss er noch unterwegs sein. Die Bergfahrt dauert etwa eine viertel Stunde. In einem der herannahenden Sessel ist eine Einzelperson zu erkennen. Er ist es tatsächlich. Also können wir ohne Personenverlust die Tour fortsetzen. Nach weiteren 100 Höhenmeter, die uns zunächst durch den Wald, dann durch freies Gelände führen, stehen wir bei der Alm Walau (1403m). Von hier aus ist der Gipfelweg zum Mattstock mit 1:30 Stunden Gehzeit angegeben. Wir wählen die entgegengesetzte Richtung zum Strichboden. In einer langen Kurve soll es wieder fast 100 Höhenmeter hinunter gehen. Nein, das wollen wir nicht. Wir kürzen ab, quer durchs Gelände. So mancher Wanderschuh taucht im Morast ein. Kleine Schneereste im Schatten einer Hütte bieten sich als Schuhreinigungsmittel an. Auf geteertem Fahrweg geht es nun weiter in Richtung Hinter Höhi (1416m). Ein gemütlicher Rastplatz mit Feuerstelle bietet sich zum Verweilen an. In der sehr warmen Sonne trocknen die verschwitzten Hemden schnell, so dass wir nach einiger Zeit unseren Weg durch das Hochmoor fortsetzen. Gelegentlich ist ein kleineres Schneefeld, das den Weg noch nicht ganz freigegeben hat, zu überqueren. Die Landschaft links und rechts des Weges ist überwachsen mit niedrigen Latschen, durchwachsen von großen Pfützen und Schneefelder. Nach einer Kehre verläuft der Weg nun fast wieder in entgegengesetzter Richtung südwärts. Ein Sturm hatte hier vor längerer Zeit ganze Arbeit getan. Der schmale Pfad entlang des steilen Hanges, die vielen abgerissenen Baumstümpfe und der Blick hinunter zum Walensee ergeben eine eigenartige Atmosphäre. Vorsichtig überqueren wir noch letzte Schneereste. Die Wiesen sind jetzt mit Tausenden von weißen Krokussen übersäht. Die letzten Meter vor der Alm Hüttlisboden (1522m) müssen wir aufpassen, dass wir keine Blüte zertreten, denn der Weg führt mitten durch das Blumenmehr. Am Hüttlisboden lassen wir zwei Pausenbedürftige zurück. Wir entschließen uns zu einem Abstecher auf den Gipfel des Gulmen (1789m). Der Wegweiser kündigt einen steilen Weg an. Nur schwer sind die rotweißen Markierungen zu finden. Ein wirklich steiler Grashang führt bis hinauf zum Gipfelkreuz, das jedoch 40 Meter unterhalb des höchsten Punktes steht. Von hier oben genießen wir einen schönen Rundumblick. Im Westen der Mattstock, der jetzt sehr steil erscheint, daneben der Speer, die Berge des Alpsteins (Säntis) im Nordosten, die Churfirsten im Südosten und die Glarner Alpen im Süden. Auch die Hütten der Vorder Höhi sehen wir 200 Meter unter uns. Dort hin brechen wir nach einer kurzen Pause auf. Noch viel weicher Schnee ist im oberen Bereich zu überqueren. Jetzt wären Schneeschuhe angebracht. Bei Schwisolen biete ich meinen Begleitern an, zu rasten, bis ich die beiden Pausenbedürftigen von Hüttlisboden abgeholt habe. Ein Wegweiser kündigt jedoch eine Marschzeit von 35 Minuten an. Also entschließen wir, gemeinsam zu gehen, um einen anderen Rückweg zu verfolgen. Wir sind sehr stolz, wie wir bereits nach 10 Minuten Hüttlisboden erreichen. Offensichtlich galt die Marschzeit auf dem Wegweiser für ein entfernteres Ziel, das aus dem zweizeiligen Text nicht einwandfrei ersichtlich war. Alle gemeinsam gehen wir nun den schönen Pfad durch den Wald von Hüttlisboden über Schwisolen zur bewirtschafteten Skihütte bei der Alm Altschen. Dort genehmigen wir uns ein kühles Getränk, bevor wir den Weg fortsetzen. Südwärts über blühende Wiesen und durch den kühleren Wald führt der Weg weiter bis zur Bergstation eines Skiliftes. Ab hier sehen wir keine Markierungen mehr, also machen wir es den Skifahrern nach und wedeln die steile Piste hinunter. Kaum vorstellbar, dass der Ort Amden, den wir fast mit den Händen greifen können, immer noch 400 Höhenmeter tiefer liegen soll. Vom Fuße der Skipiste verfolgen wir einige hundert Meter die Autostrasse, die Amden mit Arvenbüel verbindet. Für einen unserer Begleiter, der sich vor Tagen das Knie verletzt hatte, ist jetzt Marscherleichterung angesagt. Eine nette Autofahrerin nimmt ihn bis zum Parkplatz mit. Wir überqueren auf den letzten 200 Höhenmeter blühende Wiesen, die der markierte Wanderweg durchschneidet. Das laute Grillengezirpe und die herrliche Aussicht auf den Walensee erinnern eher an südliche Gefilde als an die bergige Schweiz. Die letzten Meter führen entlang der Ortsstraße von Amden, die an einer Stellen die tiefe Schlucht des Fallenbaches überquert. In beeindruckender Tiefe rauscht der Bach und meterhohe Schneereste tauen nur langsam in der Kühle der Schlucht. Nur 20 Minuten musste unser Knieverletzter am Parkplatz auf uns warten.
Haus in Amden
Bild 1: Haus in Amden
Enzian in einem Vorgarten
Bild 2: Enzian in einem Vorgarten
Weg unterm Mattstock
Bild 3: Weg unterm Mattstock
Blick zum Mürtschenstock
Bild 4: Blick zum Mürtschenstock
Blick zu Rautispitz und Glärnisch
Bild 5: Blick zu Rautispitz und Glärnisch
Hochmoor bei Hinter Höhi
Bild 6: Hochmoor bei Hinter Höhi (1416m)
Hochmoor
Bild 7: Hochmoor
Hochmoor
Bild 8: Hochmoor
Rast bei Hinter Höhi
Bild 9: Rast bei Hinter Höhi
Hochmoor
Bild 10: Hochmoor
Furgglen
Bild 11: Furgglen
Krokusse
Bild 12: Krokusse
Blick vom Gulmen Richtung Amden, Walensee und Rautispitz
Bild 13: Blick vom Gulmen Richtung Amden, Walensee und Rautispitz
Gulmen
Bild 14: Gulmen (1789m)
Mattstock  und Speer (1950m)
Bild 15: Mattstock (1936m) und Speer (1950m)
Krokusse
Bild 16: Krokusse
Blick Richtung Säntis und Stockberg
Bild 17: Blick Richtung Säntis und Stockberg (li.)
Vorder Höhi , im Hintergrund Säntis
Bild 18: Vorder Höhi (1537m), im Hintergrund Säntis
auf der Skipiste
Bild 19: auf der Skipiste
Blick zum Gulmen
Bild 20: Blick zum Gulmen
Blick zum Mattstock
Bild 21: Blick zum Mattstock
Blick zum Mürtschenstock
Bild 22: Blick zum Mürtschenstock
Wanderweg über Blumenwiese
Bild 23: Wanderweg über Blumenwiese
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