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So. 29.06.2008, Speer
Schäfler (209)
Freitag 27.06.2008

Anfahrt: Rielasingen - Stein am Rhein - Frauenfeld - Wil - St.Gallen - Appenzell - Schwende - Wasserauen

Route: Wasserauen - Hüttentobel - Seealpsee - Äscher - Wildkirchli - Ebenalp - Schäfler - Gartenwald - Forscherstein - Wasserauen

Gehzeit: ca. 6:00 h
Wasserauen - Alp Gross-Hütten ... 0:40 h
Alp Gross-Hütten - Seealpsee ... 0:20 h
Seealpsee - Äscher ... 1:20 h
Äscher - Ebenalp ... 0:30 h
Ebenalp - Schäfler ... 0:50 h
Schäfler - Unterstofel ... 1:00 h
Unterstofel - Wasserauen ... 1:20 h

Höhendifferenz: ca. 1100m

Distanz: ca. 13km




Trotz Werktag, stehen doch einige Autos auf den kostenpflichtigen (3 Franken pro Tag) Parkplätzen bei Wasserauen. Dort wo die Bahngleise enden, stellen wir unseren PKW ab. Der Duft von frischem Gras steigt in unsere Nasen, denn ein Bauer mäht gerade die Landewiese für die Gleitschirmflieger. Vor uns quert eine grössere Wandergruppe die gemähte Wiese.

Ziel unserer ersten Etappe ist der Seealpsee, der auch über ein steiles, sehr unangenehmes Asphaltsträsschen erreichbar ist. Wir wollen aber den Schatten des Waldes nutzen und steuern den Hüttentobel an. Entlang mehrerer kleiner Wasserfälle sorgen unzählige Stufen für einen schnellen Aufstieg zu den fast 350m höheren Almen mit den Namen Chli- und Gross-Hütten.

Unterwegs sehen wir auch unsere späteren Etappenziele, das Wildkirchli, das nahe dem Gasthaus Äscher an der Felswand klebt und darüber die Aussichtskanzel der Ebenalp. Von Wasserauen aus transportiert eine Seilbahn Massen an Turnschuhtouristen auf die Höhe der Ebenalp, was das Fussgängerzonenfeeling an Wochenenden erklärt.

Bei der Alp Gross-Hütten kann Ziegenfrischkäse und Alpbutter gekauft werden. Wir wandern auf der Hochebene gemütlich, leicht abfallend in Richtung Westen und hätten freien Blick auf den Gipfel des Säntis, wenn er nicht gerade von Wolken verhüllt wäre. Nach einem guten Kilometer kommt der Seealpsee zum Vorschein. Im stillen Wasser spiegeln sich gegenüberliegenden Berge und am Ufer weidende Kühe.

Ein schmaler Pfad führt zu einem offenen Kichli, für deren Messebesucher viele Bänke unter den Bäumen aufgestellt sind. Wir turnen über abgerundete Felsbrocken bis zur Spitze einer kleinen Landzunge, die in den stillen See hinein ragt. In einer Bucht wird gerade Wasser aus einem Ruderboot geschöpft. Die Schweiz sieht hier sehr schwedisch aus.

Vorbei an zwei Berggasthäusern, die mit ihren Terrassen auf den grossen Ansturm von Touristen vorbereitet sind, laufen wir das Asphaltsträsschen hinunter, das von Wasserauen herauf führt. Dadurch verlieren wir ungefähr 50 Höhenmeter. Unterhalb einer Felswand zweigt ein unscheinbarer Pfad nach links in Richtung Wildkirchli ab.

Durch den steilen Wald schlängelt sich in vielen Serpentinen der teilweise gesicherte Pfad 350 Höhenmeter hinauf, zum Äscher, einem Berggasthaus am und unterm Fels. Mit etwas Kondition kann die Zeitangabe von einer Stunde noch unterboten werden. Unter den Sonnenschirmen geniessen wir von der Terrasse des Berggasthauses die herrliche Aussicht zum Hohen Kasten, der Alp Sigel und zur Bogartenlücke.

An der senkrechten bis überhängenden Felswand entlang führt ein gesicherter Weg weiter zum Kirchli und zu einer Blockhütte, die in den Eingang einer Höhle gebaut wurde. Die Blockhütte ist offen und kann besichtigt werden. Der Weiterweg zur Ebenalp verläuft durch die schwach beleuchtete Höhle. Am oberen Höhlenausgang kreuzt die Seilbahn den Bergweg. Dank dieser Seilbahn sind am Äscher meistens viele Menschen anzutreffen.

In der Horizontalen sind Äscher und Ebenalp nicht einmal 200m voneinander entfernt, aber der Höhenunterschied ist eben so gross. Mit Gucken ist schon eine halbe Stunde Gehzeit einzurechnen. Dunkle Wolken und kalter Wind bewegen uns zur Einkehr in das Gasthaus der Ebenalp. Da doch immer wieder Wolkenlücken wärmende Sonnenstrahlen durch lassen, setzen wir unsere Wanderung fort.

Das Berggasthaus Schäfler macht noch einen ziemlich distanzierten Eindruck. Auf einem gut angelegten Wanderweg laufen wir oberhalb einer Felskante direkt auf den Schäfler zu. Wäre da nicht der Sichtschutz durch die Latschen, hätte so mancher weiche Knie. So können wir uns voll auf die bunte Flora konzentrieren und müssen nicht ständig den Abgrund hinunter schauen.

Im ersten Kilometer nach der Ebenalp steigen wir gerade mal 100 Höhenmeter auf, während der letzte, halb so lange Wegabschnitt, die doppelten Höhenmeter in sich hat. Ab der Ebenalp erreichen wir in einer knappen Stunde unser Tagesziel, das Berggasthaus Schäfler, auf knapp 2000 Meter über Meereshöhe.

Den dunklen Wolken haben wir die Ruhe zu verdanken. Wir erfreuen uns an den wärmenden Sonnenstrahlen, die zwischendurch auch unser Gemüt erwärmen. Dem Wirt bleibt sogar Zeit, sich auf ein kleines Schwätzchen einzulassen. So erfahren wir, dass dem Berggasthaus ausschliesslich Regenwasser zur Verfügung steht und daran bisher noch nie Mangel hatte. Dafür steht der Buchstabe W bei der Abkürzung WC für Wassereimer.

Auch wenn Wolken den Blick in die Unendlichkeit verwehren, ist die Aussicht unbeschreiblich. Ganz besonders beeindrucken die senkrechten Gesteinsschichten der benachbarten Altenalp Türm und in der Tiefe der smaragdblaue Seealpsee unter dem leuchtend gelben Hahnenfuss in Vordergrund.

Als zweitletzter Gast verlassen wir den Schäfler und flüchten vor einer neuen, dunklen Wolke. Zweihundert Höhenmeter gehen wir den Weg zurück, den wir gekommen waren. Dann zweigen wir nach Nordosten ab, in den Garten. Das Tal heisst so und liegt zwischen hohen, senkrechten Felswänden. Im Winter wird es als Skipiste genutzt.

Nach einer halben Umrundung der Ebenalp finden wir einen Wegweiser in Richtung Wasserauen. Das überrascht uns im positiven Sinne, denn weder auf der 20 Jahre alten Wanderkarte, noch auf der etwas neueren digitalen Karte, ist dieser Weg verzeichnet. Über viele Schleifen und noch mehr Treppchen führt der Weg durch den steilen Wald bist zum Schwendi Bach hinunter.

Im Forscherstein sind einige Berühmtheiten durch Steintafeln verewigt. Kletterfreunde werden die Felsnadeln kennen. Einige Kletterrouten sind durch Schuhabrieb oder Schweissfüsse(?) farblich hervorgehoben. Die letzten wenigen Hundert Meter laufen wir entlang der Strasse zurück zum Parkplatz.

Bild 1: Wasserauen

Bild 2: Bogartenlücke

Bild 3: Wasserfall im Hüttentobel

Bild 4: Berghaus

Bild 5: Alp Gross-Hütten

Bild 6: Seealpsee (1141m)

Bild 7: Spiegelung im Seealpsee

Bild 8: Weg bei Äscher

Bild 9: Berggasthaus Äscher (1454m)

Bild 10: Seilbahn zur Ebenalp

Bild 11: Kuh unterm Schäfler

Bild 12: Blick zum Schäfler

Bild 13: Blick zur Ebenalp

Bild 14: Berggasthaus Schäfler (1924m)

Bild 15: Altenalp Türm

Bild 16: Seealpsee und Hahnenfuss

Bild 17: Blick zur Ebenalp

Bild 18: Terrasse Schäfler

Bild 19: Wolke über Altenalp Türm

Bild 20: Altenalp Türm

Bild 21: Hahnenfuss

Bild 22: Dunkle Wolklen überm Schäfler

Bild 23: Meglisalp und Altmann

Bild 24: Blick zum Hohen Kasten (1795m)

Bild 25: Glückliche Kühe

Bild 26: Fähnerenspitz (1506m)
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