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Hochkünzelspitze (104)
02.-03.07.2005

Anfahrt: Konstanz - Diepoldsau - Bödele - Schröcken

Route: Schröcken - Braunarlfürggele (2146 m) - Biberacher Hütte -Hochkünzelspitze (2399 m) - Kraftwerk bei Schoppernau

Gehzeit: ca. 11:30 h

Höhendifferenz: ca. 1450m

Distanz: ca. 19km

Text und Fotos: Alfred Jäger



Für den Samstag Morgen ist von den Wetterfröschen für den Bregenzerwald zunächst noch etwas von Schauern durchsetztes Wetter angesagt, danach sollte es aufklaren und am Sonntag schließlich wieder zwar kalt aber sonnig werden. Mit dieser Aussicht im Sinn machen wir uns zu viert und mit Hund frohgemut auf den Weg, parken den Wagen auf dem großzügig bemessenen Parkplatz des Gasthauses "Mohnenfluh" in Schröcken und schulterten unser Gepäck, nicht ohne vorher in der Gaststätte Bescheid gesagt zu haben, dass die Autos über Nacht stehen bleiben würden. Zu diesem Zeitpunkt ist der Himmel zwar bewölkt, aber es scheint sich langsam aufzuklaren. So steigen wir in der optimistischen Hoffnung, nicht nass zu werden, zunächst Richtung Fellealpe bergan. Wie um uns zu ärgern, öffnet der Himmel nach nur wenigen Minuten Fußmarsch seine Schleusen. Da es immer kräftiger zu regnen beginnt, kommt ein offen stehender Schuppen gerade recht als zeitweiliger Unterstand und wir nutzen die Zeit gleich noch für eine Frühstückspause. Da uns vom Stehen langsam kalt wird, entschließen wir uns nach einiger Zeit trotz des zum Glück jetzt nur noch leichten Nieselregens weiter zu marschieren. Kurz nach der Fellealpe biegt der Weg nach rechts ab und wird zum Bergweg, der zunächst langsam ansteigend durch hohes Gras, besser gesagt durch einen Teppichflor aus Alpenblumen (Alpenrose, Akelei, Türkenbundlilie, Storchschnabel, Allermannsharnisch usw.) führt. Die Bewunderung hält sich allerdings bei dieser Witterung in Grenzen, allenfalls holen wir (oder zumindest der Vorangehende) durch das feuchte Gras nasse Beinkleider. Am Talende stürzt der Fellbach über eine hohe Abbruchkante und dementsprechend windet sich der Weg nun steiler nach oben, um dieses Hindernis zu überwinden. Eine Pause nutzt einer von uns, der seine Hoffnung auf besseres Wetter aufgegeben hat, um seine Sandalen gegen die geeigneteren Wanderschuhe einzutauschen. Denn nun hat der Regen einem Nebel Platz gemacht, der uns bis in die späten Nachmittagstunden bis auf wenige Augenblicke treu begleiten wird. Schemenhaft sehen wir noch weit herunterreichend große Schneefelder und wir fragen uns, ob das letzte Steilstückchen vor dem Sattel überhaupt passierbar ist. Über einige steilere Passagen erreichen wir nun die Abzweigung zum Jägersteig, der zum Butzensee und zur Mohnenfluh führt, aber nur wirklich schwindelfreien Wanderern vorbehalten ist. Wir nehmen den Weg zum Braunarlfürggele, wo die Vegetation karger wird und uns die schrillen Pfiffe der Murmeltiere erwarten. Dem zurecht als Bergziege betitelten Hund gefällt es immer mehr, hinter den armen Tieren herzujagen. Über einige Schneefelder geht es nun weiter Richtung Braunarlfürggele, der letzte Anstieg ist jedoch glücklicherweise schneefrei und gut begehbar. Am Fürggele angekommen sehen wir, dass der Einstieg zum Weimarer Steig, der zur Braunarlspitze führt, immer noch durch Schnee blockiert ist. Auf der anderen Seite geht es nun in teils bequemen, teils steinig-steilem Abstieg weiter Richtung Läguzalpe. Nun wird der Weg flacher - hinter jeder Biegung erwarten wir schon, die Biberacher Hütte zu sehen. Viele solcher Biegungen verstreichen jedoch, bis wir endlich in der Nähe der Litehütte um die Ecke in einiger Entfernung unser Nachtlager erblicken. Nach einer Rast auf einem Bänkchen bei einem merkwürdig deplaziert wirkenden Kassenhäuschen (es gibt hier weder Skilift noch sonstige Sehenswürdigkeiten, für die man kassieren könnte) geht es noch eine halbe Stunde weiter bis zur Hütte, die trotz des ungemütlichen Wetters schon gut belegt ist. Wegen des Hundes dürfen wir statt das Massenlager in der Haupthütte jedoch den (leicht überschwemmten) Winterraum belegen, wo wir uns zu viert gemütlich ausbreiten können. Die Kinder des Hüttenwirtes versuchen, mit dem Hund ins Spiel zu kommen. Als ihnen das mit dem etwas menschenscheuen Hund nicht gelingt, weisen sie uns darauf hin, dass der Hund eigentlich angeleint werden sollte. Das Abendbrot nehmen wir an einem lebhaften Tisch zusammen mit Kölner Originalen, einem Mountainbiker-Pärchen und einer Gruppe, denen die Hüttenschuhe abhanden gekommen waren, ein. Der Gesprächsstoff geht so nicht aus.
Am nächsten Morgen hat sich das Wetter komplett gewandelt, uns empfängt ein strahlend blauer Himmel. Ziemlich schnell nach dem Frühstück schwärmen die diversen Gruppen, u.a. zwei Pfadfinder und eine dreißigköpfige Gruppe des Alpenvereins Augsburg, in die verschiedensten Richtungen los. Eindeutiger Favorit ist der Weg Richtung Hochkünzelspitze, den auch wir einschlagen. Vor dem Gipfel hoffen wir noch, die Gigelturm zu erklimmen, aber es erweist sich sehr schnell, dass dieser markante Zahn den Kletterern vorbehalten ist. Nach nur einer Stunde sind wir an der Abzweigung zur Hochkünzelspitze angelangt und alle außer einem beschließen, den etwas anspruchsvolleren Gipfel zu erklimmen. Auch der Hund bleibt unten. Zunächst geht es über eine Bergflanke hoch zu einer Aussichtskanzel und anschließend über einen Gratrücken weiter zu einem Einschnitt. Die Stöcke bleiben nun auf Anraten der entgegen kommenden zurück, denn für den kurzen Abstieg benötigt man beide Hände. Der gut ausgetretene Weg über den Einschnitt ist gut versichert, was auch für die wenigen folgenden ausgesetzten Abschnitte gilt. Nur noch ein kurzes Stück und der Gipfel mit 360-Rundblick ist erreicht. Nun gilt es nach einer kurzen Genießerpause wieder abzusteigen, und den Hund von seiner Leine zu erlösen. Weiter geht es nun über den Sattel Richtung Schoppernau. Auch hier liegt an einigen Stellen noch Schnee, den der Hund zu ausgiebigen Spielen und einer Art Schneebaden benutzt. Ein See wird ihm dabei beinahe zum Verhängnis. Er springt vom Ufer aus einige Meter auf eine große Eisplatte, die in dem See treibt und rennt an dessen Ende. Dort verharrt er nur kurz und springt dann ins eiskalte Wasser. Seinen Irrtum erkennt er sofort, aber auf die Eisscholle zurück schafft er es erst nach mehrmaligen vergeblichen Versuchen. Danach ist ihm deutlich anzumerken, dass er auch etwas geschockt ist. Der weitere Weg verläuft zunächst unspektakulär leicht abwärts, kurz vor Erreichen der Gaualpe quert er nahe eines steilen Absturzes, wo die Schlüsselpassage aber wiederum gut gesichert ist. Nach einer längeren Pause an einem Bach steigen wir auf gut ausgebautem Weg weiter ab bis zum Kraftwerk bei Schoppernau. Dort verstecken sich die Männer, und so gelingt es den Frauen auf Anhieb, eine Mitfahrgelegenheit zurück nach Schröcken zu erhaschen, um die Autos abzuholen.

Bild 1: Blick zurück nach Schröcken

Bild 2: Fellbach-Wasserfälle

Bild 3: Braunarlfürggele

Bild 4: Biberwacher Hütte (1846m)

Bild 5: Zugewachsener Teich

Bild 6: Hochkünzelspitze (2397m)

Bild 7: Glattjöchlspitze (2106m)

Bild 8: Rossköpfe und Rothorn

Bild 9: Biberacher Hütte

Bild 10: Alpenrosen

Bild 11: Roland, Alfred, Gabriele, Tina

Bild 12: Biberwacher Hütte

Bild 13: Erosionsspuren

Bild 14: Glattjöchlspitze, dahinter Schesaplana

Bild 15: Blick Richtung Südwest

Bild 16: Braunarlspitze

Bild 17: Blick Richtung Westen

Bild 18: Kanisfluh

Bild 19: Üntschenspitze

Bild 20: Blick Richtung Süden, Mohnenfluh

Bild 21: Schneefeld unter der Hochkünzelspitze

Bild 22: zwischen den Künzelspitzen

Bild 23: zwischen den Künzelspitzen

Bild 24: Toblermannskopf (2010m)

Bild 25: zwischen den Künzelspitzen

Bild 26: Nied. und Hochkünzelspitze (re.)

Bild 27: Schalzbach-Vorsäss

Bild 28: Mohnenfluh (2544m)
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