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Fridolinshütten (224)
Mittwoch 27.08.2008

Anfahrt: Rielasingen - Konstanz - Wil - Wattwil - Rickenpass - Glarus - Linthal - Tierfed

Route: Tierfed - Pantenbrugg - Sandwald - Vorder Sand - Hinter Sand - Fridolinshütten - Hinter Sand - Vorder Sand - Pantenbrugg - Tierfed

Gehzeit: ca. 7:00 h
Tierfed - Pantenbrugg ... 0:30 h
Pantenbrugg - Sandwald ... 0:20 h
Sandwald - Vorder Sand ... 0:40 h
Vorder Sand - Hinter Sand ... 0:30 h
Hinter Sand - Fridolinshütten ... 2:00 h
Fridolinshütten - Hinter Sand ... 1:10 h
Hinter Sand - Vorder Sand ... 0:30 h
Vorder Sand - Pantenbrugg ... 0:50 h
Pantenbrugg - Tierfed ... 0:30 h

Höhendifferenz: ca. 1300m

Distanz: ca. 18km




Wir staunen nicht schlecht, wie in Linthal vor unserer Nase ein grosser Sattelschlepper in Richtung Tierfed abzweigt. In Tierfed, wo die Strasse endet, sehen wir den Grund für den Schwerlastverkehr. Eine Grossbaustelle mit 4 Baukränen sorgt für regen Umtrieb, hier am Ende der Welt. Statt Personen werden Zementsäcke und Betonbehälter mit der Seilbahn nach oben transportiert.

Während sich die Baustelle nach Osten richtet, zieht es uns glücklicherweise in den Süden, in die Richtung, aus der der Sandbach herunter fliesst. Der einzig freie Stellplatz auf dem kleinen Parkplatz liegt direkt an der staubigen Strasse. So ist die Waschanlage für das Auto schon vorprogrammiert.

In Parkplatznähe finden wir am Wegesrand eine Infotafel mit zwei Wanderkarten, die die Sperrungen verschiedener Wanderwege für den Zeitraum Samstag bis Montag und Montag bis Samstag anzeigen. Wegen der Baustelle sind an Werktagen einige Wanderwege gesperrt. Unsere Wege sind jedoch nicht davon betroffen.

Ein ordentlich steiler Schotterweg stellt unsere Kondition auf die Probe. Es ist nicht besonders aufbauend, wenn die Sicht auf einen langen, steilen Wegabschnitt frei ist. So kann man sich nicht einbilden, dass es gleich wieder flach und weniger anstrengend wird. Dafür gewinnen wir schnell an Höhe. Nach 20 Minuten erreichen wir fast 200 Höhenmeter über dem Parkplatz die Pantenbrücke, die eine tiefe Schlucht überspannt.

Ein schmaler Pfad führt leicht bergab um einen Fels herum und endet an der alten Brücke. Durch selbigen Fels hindurch führt ein kurzer Stollen zur neuen Brücke, die direkt auf die alte Brücke aufgesetzt wurde. Am Südeingang des Stollens schildert eine Tafel die Geschichte des Übergangs:

Die jetzige Brücke wurde 1902 über der älteren von 1854 erbaut und zugleich auch der Felskopf durchschlagen. Sie hatte vier Vorgängerinnen, diejenigen von 1457, 1560, 1750 und 1854. Der Übergang war für die Alpbesitzer wichtig. Er ersparte ihnen einen beschwerlichen Umweg. Der Name ist ein Hinweis auf die einstmals romanische Bevölkerung im hinteren Tal der Linth. Panten klingt an Pontus = Brücke an oder auch an pantun = Passage fürs Vieh. Das "gar wunderlich Werk, daz ouch der Tüvel sich dez wundern müsst", verhalf dem Glarnerland zu frühem touristischem Ruhm.

Bisher sahen wir im Norden die steilen Felswände des Glärnisch in der Sonne leuchten, hoch über dem autofreien Bergdorf Braunwald. Jetzt treten wir durch den Stollen in einen anderen Raum der Glarner Alpen. Vorbei an einer Aussichtskanzel, die einen tollen Blick auf die beiden übereinander gebauten Brücken erlaubt, führt der Schotterweg entlang des Sandbach durch eine schattige Schlucht.

Der Weg ist nun nicht mehr so steil. Nach einer knappen halben Stunde, in der wir die steilen Felswände und die Einschnitte des Sandbachs bestaunen können, öffnet sich das Tal und wird in Richtung Süden breiter. In der Ferne blitzen die weissen Schneefelder unter den Gipfeln des mächtigen Tödi. Dieser Anblick bleibt uns die nächste Zeit erhalten. Mit dem Teleobjektiv zoomen wir eine Hütte näher ran, die wir als unser Wanderziel identifizieren. Später erfahren wir, dass es sich um die Holzhütte handelt, die nur wenige Meter neben der Fidolinshütten steht.

Vier mal überquert der Weg in der nächsten dreiviertel Stunde den Sandbach. Rechterhand schiesst ein mächtiger Wasserstrahl aus einem grossen Felsloch. Vermutlich handelt es sich um den Überlauf des Stausees bei Hinter Sand. Ein paar Hundert Meter darüber entdecken wir ein grosses Felsloch in der senkrechten Wand. Erst das Teleobjektiv bestätigt, dass es nicht doch ein Schneefeld ist.

Wie im Wanderführer angegeben, erreichen wir zwei Stunden nach Abmarsch den Stausee bei Hinter Sand. Im Becken des Stausees wird aufgeräumt. Mit einem Bulldozer wird Sand beiseite geschafft. Das erklärt auch, warum im Moment das Wasser des Sandbachs eher an das Spülwasser in der Küche nach einem grösseren Abwasch erinnert.

Von Hinter Sand gehen zwei Wege weg, der eine in Richtung Westen, nach Ober Sand und der andere in Richtung Süden, zur Fridolinshütten. Südlich des Stausees kreuzt der Weg den Bifertenbach und nur ein unbeschrifteter Wegweiser zeigt die Richtung an. Ein schmaler Pfad ohne Markierung zweigt vor der Brücke über den Bifertenbach nach Süden ab. Wir gehen davon aus, dass wir die offizielle Abzweigung zur Fidolinshütten verpasst haben und entscheiden und für den unmarkierten Pfad.

Im Zickzack geht der schmale Pfad über einen Wiesenhang steil aufwärts. Markierungen bleiben zunächst aus. Erst ab einer Kreuzung, bei der wir auf den offiziellen Pfad stossen, ist der Weg wieder rotweiss markiert. Nach etwa 40 Minuten überqueren wir den Bifertenbach über eine kleine Brücke, die einseitig mit einer Kette gesichert ist. Unter der Brücke tost das Wasser in zig-Meter Tiefe.

Eine knappe halbe Stunde laufen wir entspannt über flacheres Weidegelände, wo scheue Schafe vor uns flüchten. Aber noch trennen uns 500 Höhenmeter von der Fridolinshütten. Oberhalb der Baumgrenze mühen wir uns zunächst über Schotterfelder, dann im Zickzack steile Wiesenpfade aufwärts. Nach einer Stunde taucht endlich die Fridolinshütten hinter eine Bergkante auf.

Über der Hütte krachen mit bedrohlichem Geräusch Schnee- und Eismassen vom Todi herunter. Wir befinden uns aber in sicherer Entfernung, mehr als 1500 Höhenmeter unter dem Gipfel. Da der einzige Gast der SAC-Hütte bereits versorgt ist, kann sich die Hüttenwirtin sofort um uns kümmern. Wir geniessen die Aussicht auf die steilen Felswände des Selbsanft, die durch ein rotes, eisenhaltiges Band durchzogen sind.

Im Süden entdecken wir auf einem Felsvorsprung die Grünhornhütte, umgeben von den mächtigen Eismassen des Bifertenfirn. Im Westen bleiben Wolkenfetzen an den hohen Gipfeln des Tödi hängen. Wenige Meter unterhalb der Hütte spiegeln sich Berge und Gletscher auf der stillen Wasseroberfläche eines kleinen Sees. An dessen Ufer lassen wir uns zu einer längeren Rast nieder.

Für den Rückweg wählen wir die gleiche Strecke, die wir gekommen waren. Lediglich oberhalb des Stausees bei Hinter Sand gehen wir jetzt den offiziellen Weg, der direkt an der Sennhütte vorbei führt. Dort gibt es gekühlte Milchshakes für 2,00 SFR zu kaufen. Kurz darauf treffen wir die Stelle, bei der wir morgens nicht wegen Unachtsamkeit, sondern wegen mangelhafter Markierung vom richtigen Weg abgekommen waren. Über den Weidezaun hätten wir Richtung Sennhütte vom Zufahrtsweg des Stausees nach links abbiegen sollen.

Während sich die Berggipfel langsam in Wolken verhüllen setzen wir den Rückweg fort. Nur ein Hubschrauber, der Betonkübel zur Baustelle transportiert, stört gelegentlich die Ruhe. Nach drei Stunden ab Fridolinshütten finden wir am Strassenrand unter einer dicken Staubschicht unser geparktes Fahrzeug.

Bild 1: Blick auf Tierfed (805m)

Bild 2: Glärnisch

Bild 3: Tödi

Bild 4: Pantenbrücke(n) (988m)

Bild 5: Braunwald und Glärnisch

Bild 6: Sandbach

Bild 7: Tödi (3614m)

Bild 8: Tödi

Bild 9: Tödi

Bild 10: Fidolinshütten

Bild 11: Überlauf

Bild 12: Felsloch

Bild 13: Vorder Sand (1256m)

Bild 14: Tödi hinter Weidenröschen

Bild 15: Steinbeere

Bild 16: Hinter Sand (1300m)

Bild 17: Stausee bei Hinter Sand

Bild 18: Bergweg

Bild 19: Bergweg

Bild 20: Berglandschaft

Bild 21: Schotterfeld

Bild 22: Bifertenfirn

Bild 23: Fridolinshütten (2111m)

Bild 24: Hütte unterm Selbsanft

Bild 25: Fidolinshütten

Bild 26: Hütte mit See

Bild 27: See unter Fridolinshütten

Bild 28: Wolken am Tödi

Bild 29: Grünhornhütte überm Bifertenfürn

Bild 30: Spiegelung im See

Bild 31: Selbsanft

Bild 32: Wolkenloch am Tödi

Bild 33: Wolken überm Selbsanft

Bild 34: Bergweg

Bild 35: Bergweg

Bild 36: Sumpf-Herzblatt

Bild 37: Tödi in Wolken

Bild 38: Weg bei Vorder Sand

Bild 39: Frauenmantel

Bild 40: Sandbach

Bild 41: Hubschraubertransport

Bild 42: Hinweis zur Bewirtung
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